Platzwunden

Geschrieben von Medinaut ONE am 06.06.2017

Eine Platzwunde entsteht meist, wenn die betroffene Körperstelle schlagartig von einem harten, meist stumpfen Gegenstand oder einer Kante getroffen wird. Eine Platzwunde kann stark bluten.

Die erste Hilfe: Die Blutung muss gestoppt werden. Der betroffene Körperbereich sollte hochgelagert und dabei eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch fest auf die Platzwunde gedrückt werden.

Eine echte Platzwunde blutet oft weiter, deswegen sollte in diesem Fall ein Notarzt gerufen werden, vor allem wenn es sich um eine Kopfverletzung handelt.

Tipp: Der Notarzt hat mehrere Vorteile, z. B. gegenüber der Entscheidung, selbst in ein Krankenhaus zu fahren. Erstens wird die Wunde und der Patient schon am Unfallort professionell versorgt, zweitens kann der Notarzt besser entscheiden ob und in welches Krankenhaus gefahren werden soll. Denn drittens, werden beispielsweise Kinder mit Platzwunden oft gar nicht in jedem Krankenhaus angenommen, nichteinmal erstversorgt und dann ins nächstgelegene Kinderkrankenhaus weitergeschickt.

Platzwunden klaffen oft auseinander, ab einer Größe von einem Zentimeter sollten Sie deshalb genäht werden, wenn sie äußerlich sind. Auf einen Zentimeter kommen dann meist zwei Stiche. Es gibt spezielle Narbenpflaster (Narbenpatches), die die Bildung von wulstigem Narbengewebe verhindern und für ein gutes Hautklima sorgen.

Extra Tipp: Frische Platzwunden im Mund, zum Beispiel der Innenseite der Unterlippe, werden in Deutschland nicht im Krankenhaus versorgt, sondern vom Zahnarzt oder in der Zahnklinik, bzw. Kieferchirurgen. Auch wird in diesem Beispiel bei einer kleinen innerlichen Wunde nicht gleich genäht, sondern etwa zwei Tage gewartet und nachkontrolliert, da sich Platzwunden an der Innenseite der Lippe und im Mundraum oft besser von selbst verschließen, ohne bleibende oder störende Narbenwülste.

Zu beachten: Platzwunden können sich schnell entzünden, deshalb sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen. Sollte dies gar nicht möglich sein, so ist die antiseptische Salbe Betaisodona (enthält den Wirkstoff “Povidon-Jod”) Pflicht für jede Hausapotheke oder Reiseapotheke. Diese kann zur akuten aber auch wiederholten, längerfristigen Behandlung angewendet werden.

Schnittwunden

Geschrieben von Medinaut ONE am 05.06.2017

Schnittwunden, zum Beispiel durch ein Küchenmesser oder eine Glasscherbe, gehören zu den häufigsten Hautverletzungen.

Sie haben glatte Wundränder und gehen meist nicht so tief. Direkt nach dem Schnitt sollte man sie kurz bluten lassen, damit Schmutz und mögliche Krankheitserreger aus der Wunde gespült werden können.

Wenn die Blutung nicht von selbst endet, kann man unterstützend eine sterile Kompresse aus der Hausapotheke oder ein sauberes Tuch aufdrücken. Ist die Blutung gestillt, sollte man die Schnittwunde im Idealfall mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln, vorsichtig trocken tupfen und ein Pflaster aufkleben um die Wunde vor Verschmutzung zu schützen.

Das Pflaster schützt auch davor, die Wunde später noch einmal aufzubrechen. Auch sollte man längeren Wasserkontakt ein bis zwei Tage meiden, so dass die Wunde nicht aufweicht und die Wundheilung verzögert wird.

Tipp: Zur Unterstützung kann man bereits ab dem nächsten Tag ab und zu Aloe Vera Gel 98% auftragen, dann verheilt die Wunde schneller, ein möglicher Schorf wird elastischer und es gibt weniger sichtbares Narbengewebe.

Wichtig: Sollte die Wunde sich nicht schließen, die Blutung nicht enden oder man stellt fest, dass sich die Wunde entzündet hat (Schwellung, Rötung, Eiter), sollte man einen Hausarzt oder Hautarzt aufsuchen. Ist es am Wochenende, können oft auch die Mitarbeiter einer Apotheke weiterhelfen.

TRIGGERBALL® Das Original

Geschrieben von TRIGGERBALL® Das Original! am 04.11.2016
42 Kanten gegenVerspannungen! Der TRIGGERBALL® wurde speziell zur unterstützenden Selbstbehandlung von muskulären Verspannungen und Triggerpunkte entwickelt. Das Triggerball-Therapeutenteam fand im kooperierenden Therapiezentrum amanu, Deutschlands erstem medizinischen Gesundheitszentrum in jahrelanger Praxis heraus, dass ein Selbstbehandlungstool mit Kanten, Ecken, Mulden und einer weicheren Oberfläche auf einem härteren elastischen Innenmantel, die Regeneration von Beschwerden in den Faszien und Muskeln besonders spürbar fördern kann.

TRIGGERBALL® - Das OriginalEffektives Design

Der von Therapeuten entwickelte TRIGGERBALL® macht bewährte Behandlungsprinzipien durch das besondere Design der 42 Kanten erstmals auch für dich optimal nutzbar.

Optimaler Druck

Sein ergonomisch optimierte Druckwiderstand kann sich dem natürlichen Gewebedruck des menschlichen Körpers angenehm anpassen und führt intuitiv zur richtigen Lage auf einem Verspannungspunkt.

Dehnung von Faszien

Sein revolutionärer Faszien-Dehneffekt entsteht durch die einzigartigen Gelsegmente die gleichmäßig über dem gehärteten Innenmantel des TRIGGERBALL® verdrängt werden.

Auflösen von Triggerpunkten (myofasziale Verspannungspunkte)

Die Kanten und Ecken der weichen Oberflächen auf dem härteren Innenmantel imitieren den therapiebewährten Daumendruck des Therapeuten und treffen Verspannungspunkte punktgenau.

Das neue Selbstbehandlungstool und einen kostenlosen Übungsbereich mit vielen wertvollen Informationen zum Thema Selbstbehandlung von Verspannungen gibt es auf www.triggerball.com

Gesunde Augen

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 07.10.2016

Wasser
hält deine Augen feucht. Du solltest täglich mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser trinken. Das hält die Hornhaut feucht und vermindert Brennen und Jucken. Wenn du trockene Augen hast, brauchst du möglicherweise zusätzlich Augentropfen. Mit warmen Kompressen kannst du deine Lidränder geschmeidig halten.

Frischluft
Da die Hornhaut keine eigene Blutversorgung besitzt, holt sie sich ihren Sauerstoff direkt aus der Luft. Gehe deshalb regelmäßig an die frische Luft und lüfte regelmäßig das Zimmer in dem du dich aufhältst, denn in einem stickigen Raum bekommt sie zu wenig davon.

Computer nur mit Pausen
Wer am PC arbeitet, trocknet die Augen aus, denn durch Bildschirmarbeit reduziert sich das Blinzeln auf nur fünfmal pro Minute. Um die Lidfrequenz zu verdoppeln und die Augen feuchter zu halten hilft es, den Bildschirm einfach schräger zu stellen. Trotzdem solltest du regelmäßig hoch blicken und bewußt blinzeln.
> Ein guter Trick ist, wenn du dir im Umfeld deines Bildschirms kleine rote Punkte zur Erinnerung an die Wand klebst und jedesmal wenn du sie zufällig anschaust blinzelst.
Achte auch auf gleichmäßiges, indirektes Licht und einen flimmerfreier LCD-Flachbildschirm, das gehört auch zu deinem augenfreundlichen Arbeitsplatz.

Hygiene
Wie im Auge so im Körper. Bevor du dir ins Auge fasst, solltest du dir besser die Hände waschen. Das gleiche gilt natürlich auch für den Umgang mit Kontaktlinsen, die immer nach Vorschrift reinigen solltest und auch nicht mit dem Mund befeuchtest.
Leider sind Allergien gegen Kontaktlinsenmittel-Chemie nicht selten, wenn du juckende Rötung oder kleine Bläschen am Augenlied bekommst, ist eine Brille vorzuziehen. Wegwerflinsen lösen das Problem oft ebenfalls.

Sonnen- und Windschutz
Zuviel direkte Sonneneinstrahlung schädigt unsere Augen. Fahrtwind und Zugluft führt oft zur Bindehautentzündung. Eine gute Sonnenbrille mit gutem UV-Filter hält Sonne und Wind ab.

Kosmetik für die Augen
Augenreizende Produkte greifen den Fettfilm über deiner Hornhaut an. Benutze darum auf deinen Augen am besten nur allergiegetestete Kosmetik. Schminke am Abend deine Wimpern und Lider wieder ab und reinige die Lider dazu immer in Richtung deiner Nase.

Augencremes
Achte darauf, dass Augencremes keine Kriechöle enthalten, da sie von der Partie unter den Augen direkt ins Auge „kriechen” können. In den Augen können diese Öle den Tränenfilm aus dem Gleichgewicht bringen und zu Allergien und Kontaktlinsenunverträglichkeit führen. Extra als Augencreme ausgezeichnete Produkte enthalten keine Kriechöle. Verwende eine Gesichtscreme nicht direkt am Auge.

Video zum Thema

Quelle: YouTube v. DrLachmund

Augenübungen zur Entspannung
Eine bewährte Übung für deine Augen ist, bei geschlossenen Augen deine Augäpfel fünfmal nach links und rechts zu kreisen. Danach wandern deine Augen fünfmal waagrecht von links nach rechts und senkrecht von oben nach unten, dann auch diagonal. Geschlossene Augenlider kühlen deine Augäpfel und die Pupillen justieren sich auf den Blick in der Ferne.

Augentrost
Gegen Augenerkrankungen ist ein Kraut gewachsen: Euphrasia oder Augentrost.
Mit ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Kieselsäure, Carotin und antibakteriellem Aucubin hilft es, innerlich genommen, bei Rötungen, Entzündungen, Schwellungen, Gerstenkörnern. Umschläge lindern trockene Augen, Bindehaut- und Lidrandentzündungen.

Leinsamen gegen Gerstenkorn
Eine bakterielle Infektion in den Liddrüsen nennt man Gerstenkorn. Naturheilkundler behandeln die schmerzhafte, eitrig entzündete Schwellung am Lidrand mit Leinsamenauflagen: Aus geschrotetem Leinsamen und heißem Wasser einen Brei bereiten, auf Kompressen streichen und nicht zu heiß auf die Augen legen. Mehrmals am Tag wiederholen. Gerstenkörner nicht ausdrücken, weil die Entzündung sonst über die Venen ins Gehirn wandern kann.

Omega3 -Fettsäuren
wirken trockenen Augen entgegen. (vor allem aus Fisch)

Vitamin A
stimuliert die Hell-Dunkel-Wahrnehmung. Ein Mangel an Vitamin A kann zu Nachtblindheit führen.

Vitamin B2 (Riboflavin)
ist der Radikalenfänger, der die Augenlinse schützt. Ein B2-Mangel kann zu Bindehautentzündung, erhöhter Lichtempfindlichkeit und grauem Star führen.

Vitamin-B12-Mangel
verschlechtert die Sehkraft; blinde Flecken tauchen im Blickfeld auf.

Anthozyane
Der blaue Farbstoff in den Heidelbeeren stabilisiert die dünnen Blutgefäße (Kapillaren) in der Netzhaut, aktiviert Enzyme, die die Netzhaut unterstützen, das Sehpurpur zu regenerieren. Wer Heidelbeeren isst, sieht in der Dämmerung und nachts besser, die Blendempfindlichkeit nimmt ab, die Augen ermüden nicht so schnell.

Antioxidanzien
wie Vitamin A, C, E, Beta-Carotin, Selen und Zink schützen das Auge vor oxidativem Stress und senken das Risiko, eine altersbedingte Augenerkrankung zu erleiden, um bis zu 25 Prozent.

> Hast du gute Erfahrungen zum Thema gesunde Augen gemacht? Dann teile deine Erfahrung doch mit uns allen und schreibe uns einen Kommentar, bei welchen Beschwerden eine Lösung dir besonders gut geholfen hat.

> War dieser Beitrag nützlich für dich? Dann schenke ihm bitte dein Lob indem du auf das “Daumen nach oben Symbol” am Ende des Beitrags drückst. So erfahren andere Medinauten und Besucher das der Beitrag hilfreich war.

Arzneistoffe (Medikamente) – Überblick der verschiedenen Anwendungsformen

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 06.10.2016

Medikamente werden in verschiedene Formen angeboten und angewendet, da sich ihre Wirkstoffe so optimal am richtigen Ort und zum sinnvollsten Zeitpunkt entfalten können.

  • Herkömmliche Tablette und Kapseln
    Der Wirkstoff wird im Magen oder Darm aufgenommen. Die Tablette muss mit viel Wasser eingenommen werden, damit sich der Wirkstoff gut aus seiner Umhüllung auflöst.> Retardtabletten geben dabei die Substanzen langsamer nach und nach ab und sorgen so für länger anhaltende Linderung

 

  • Schmelztablette
    Diese Tablettenart ist gut für Schmerzpatienten mit Schluckbeschwerden geeignet. Man legt sie auf die Zunge, wo sie sich schnell auflöst. Vorteil daran ist, dass ein Teil des Wirkstoffs so bereits über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangt, die Wirkung setzt schneller ein. Der Rest der aufgelösten Tablette wirkt dann über den Magen. Wasser ist für die Aufnahme nicht erforderlich.

 

  • Brausetablette
    Auch diese Tablettenart ist gut für Schmerzpatienten mit Schluckbeschwerden geeignet. Die Brausetablette wird in ausreichend Wasser aufgelöst und hat den Vorteil, dass man keine Tablette schlucken muss und der Wirkstoff den Magen schneller passiert als feste Tabletten.

 

  • Zäpfchen
    Sie werden über das Rektum eingeführt und schmelzen bei Körpertemperatur. Über die Schleimhaut wird dann der Wirkstoff innerhalb einer halben Stunde aufgenommen und entfaltet seine Wirkung.
    Zäpchen sind geeignet für Menschen mit einem empfindlichen Magen, Sodbrennen oder Reflux aber auch für Kinder mit hohem Fieber oder Babys, wenn eine Aufnahme über den Mund erschwert ist.
    > Zäpchen müssen kühl gelagert werden, da sie vor allem aus Fetten bestehen.

 

  • Spritze
    Der Wirkstoff wird entweder in die Blutbahn gespritzt und wirkt oft schon nach Sekunden, oder er wird in den Muskel injiziert und wirkt innerhalb von etwa zehn Minuten.
    Dabei verteilt sich z.B. der Schmerzstiller im ganzen Körper. Manche Menschen reagieren dabei mit Übelkeit und selten auch mit Magenreizungen

 

  • Salbe
    Aufgetragen auf die Haut, dringt der Wirkstoff in tieferliegende Gewebeschichten vor und entfaltet seine Wirkung an genau der Stelle, wo er benötigt wird.

 

  • Pflaster
    Wirkstoffpflaster setzen ihre Medikamente dosiert und kontrolliert auf der Haut frei und werden von dieser resorbiert, sie gelangen also ohne Umweg über Magen oder Darm ins Blut.
    > CAVE! Bei Wirkstoffpflastern muss unbedingt die Dosierung beachtet werden, da eine Überdosierung sich unkontrolliert und gefährlich auswirken kann. Hier gilt es neben der Verodnung oder der Packungsbeilage vorallem das Alter und das Gewicht zu beachten. Auch in der Schwangerschaft kann dies zu Risiken führen.
    > Wirkstoffpflaster sollen meist kühl gelagert werden

 

  • Tropfen und Sirupe
    In der Medizin und Pharmazie werden Arzneimittel auch flüssig über den Mund verabreicht (peroral).
    Diese Form eignet sich in der Regel gut für Kinder.
    Zu diesen flüssigen Arzneiformen zählen Lösungen, Emulsionen und Suspensionen. Es gibt auch Pulver zur Herstellung von Suspensionen und Lösungen. Sollen nur kleine Mengen der Wirkstoffe eingenommen werden, werden diese wässrig gehalten und man spricht von „Tropfen“.
    Für größere Dosierungen verwendet man „Sirupe“ (z. B. Sirupus Simplex). Da die Wirkstoffe in höherer Konzentration oft unangenehm schmecken würden, haben Sirupe eine hohe Viskosität und sind süß im Geschmack gehalten. Deshalb enthalten sie Saccharose in einer Massenkonzentration von mindestens 45 %. Aus Gründen der Haltbarkeitsdauer gibt es auch Pulver und Granulate zur Herstellung von Sirupen.
    Medikamente in flüssigen Formen haben den Vorteil, dass sie sich im Verdauungstrakt rascher auflösen, wodurch sich die Wirkung schneller entfalten kann. Bei der peroralen Verabreichung kann der Arzneistoff außerdem bereits in der Mundhöhle resorbiert werden. Die Resorptionskapazität der Mundschleimhaut ist dabei jedoch begrenzt, weswegen sich vorallem Arzneistoffe eignen, die schon in sehr niedrigen Dosen wirksam sind.

 

  • Inhalator, Spray und Dampf
    Bei der Behandlung von Asthma, Bronchitis, COPD und anderen chronischen oder akuten Atemwegserkrankungen findet das Inhalieren seine Anwendung, wodurch aerosole oder auch pulverförmige Medikamente in die oberen und unteren Atemwege transportiert werden können.
    Um in die Bronchien vorzudringen zu können, muss ein Wirkstoff möglichst fein vernebelt werden, denn bei grober Vernebelung gelangt er nur in die oberen Atemwege (z. B. Asthma-Spray).
    Die älteste und einfachste Anwendung ist der Dampf, bei dem reines Wasser oder ätherische Substanzen in heißem Wasser gelöst und so über den entstehenden Wasserdampf vernebelt werden. (siehe z. B. Kopfdampf bei Stirnhöhlenentzündung und Bronchitis)

 

  • Globoli
    Als Globuli (lat. „die Kügelchen“) oder Streukügelchen wird eine kugelförmige Darreichungsform bezeichnet. Sie wird voralem in der Alternativmedizin verwendet, also bei homöopathischen Arzneimitteln, der Bach-Blütentherapie oder bei Schüßler-Salzen. Globuli gibt es dabei in verschiedenen Größentypen. Ihr Trägerstoff in homöopathischen Globuli ist meist Zucker, es gibt jedoch auch Globuli aus Xylitol oder nach Samuel Hahnemanns Rezeptur.
    Homöopathischen Arzneien nahezu aller Verdünnungsstufen (in der Homöopathie „Potenzen“ genannt) spricht die gängige Schulmedizin derzeit jegliche Wirksamkeit ab, da diese keine oder allenfalls spurenweise vorhandenen Wirkstoffes enthalten. Der Wissenstand vieler Ärzte ist, dass derzeit noch keine wissenschaftlichen Belege einer Wirksamkeit existieren und diese daher mit Scheinmedikamenten vergleichbar sind.
    > Dies ist jedoch zumindest im Falle von Arnica-Globoli nicht korrekt, da in einigen Studien mittels Kernspintomographie nachgewiesen werden konnte, daß Neuropeptide im menschlichen Gehirn sich bei Verabreichung von Arnica-Globolis ebenso reaktiv aktivieren lassen, wie bei der Verabreichung von Arnica selbst.

 

  • Tinktur z. B. Arnika Tinktur
    Als Tinktur bezeichnet man ein mittels Mazeration oder Perkolation aus pflanzlichen oder tierischen Grundstoffen hergestelltes Extrakt. Dabei ist nur die Verwendung von Wasser oder Ethanol in geeigneter Konzentration als Extraktionsmittel zugelassen. Auch andere Grundstoffe in alkoholischer Lösung wie z. B. Iod, werden als Tinktur bezeichnet, in diesem Fall als Iodtinktur.
    Tinkturen mit nur einem pflanzlichen oder chemischen Inhaltsstoff werden als Tinctura simplex (einfache Tinktur) bezeichnet, mehreren gelösten Substanzen dagegen als Tinctura composita (zusammengesetzte Tinktur).

 

  • Wickel
    Ein Wickel bezeichnet meist ein Tuch (aber auch Auflagen oder Kompressen), dass auf einen Körperteil (Teilwickel) oder um den Körper (Ganzkörperwickel) gelegt oder gewickelt wird, wobei es mit kaltem bzw. temperierten Wasser oder einer Flüssigkeit durchfeuchtet oder mit einer Substanz bestrichen wurde. Wickel werden in der schulmedizinischen Therapie und auch als Hausmittel eingesetzt.
    Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Halswickel oder der Wadenwickel. Wickel werden typischerweise nur kurzzeitig angelegt, meist zwischen fünfzehn und sechzig Minuten, denn sie dienen ja nicht als Verband oder Pflaster, sondern zur Applikation von Wirkstoffen oder zum Erreichen physikalischer Wirkungen durch Wärme und Kälte.

 

  • Tee
    Als „Tee“ wird ein heißes Aufgussgetränk bezeichnet, welches aus unterschiedlichen Bestandteilen von Pflanzen zubereitet wird. Man unterscheidet dabei zwischen Kräutertees und Früchtetees. Die dabei verwendete Pflanzenteile sind je nach Sorte der Pflanzen Blätter, Knospen, Blüten, Früchte, Stängel, Rinde oder auch Wurzeln. Medizinische Wirkstoffe werden beim Tee genau wie bei der Tablette oder Tropfen über die Mundschleimhaut, den Magen und den Darm aufgenommen.
    > Grundsätzlich gilt, das Arzneitees nicht über einen längeren Zeitraum (max. ca. 6 Wochen) eingenommen werden sollten, da sie sich sonst negativ auf das natürliche Gleichgewicht des Immun- und Hormonsystems auswirken können, da die Organe durch die Wirkstoffe des Tees beeinflusst und erschöpft werden können.
    Im Vergleich zu Früchtetee ist ein Arzneitee somit kein Genussmittel.

> Hast du gute Erfahrungen mit einem der Wirkstoffe gemacht? Dann teile deine Erfahrung doch mit uns allen und schreibe uns einen Kommentar, bei welchen Beschwerden ein Wirkstoff dir besonders gut geholfen hat.

> War dieser Beitrag nützlich für dich? Dann schenke ihm bitte dein Lob indem du auf das “Daumen nach oben Symbol” am Ende des Beitrags drückst. So erfahren andere Medinauten und Besucher das der Beitrag hilfreich war.

Schmerzmittel – Wirkstoffe, Eigenschaften und Anwendungsbereiche im Vergleich

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 03.10.2016

Diese Substanzen sind auch in geringer Dosierung ohne Rezept in Apotheken erhältlich.
Eine langfristige Einnahme sollte allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
    ASS hemmt Entzündungen, vermindert Schmerzen und senkt Fieber. Dieser Wirkstoff eignet sich zur innerlichen Behandlung leichter bis mittelschwerer Schmerzen wie z. B. Kopfschmerzen und muskuläre Rückenschmerzen.
    ASS wird in täglicher niedriger Dosierung auch zur Vorbeugung vor Herzinfarkt eingesetzt, da es blutverdünnend wirkt.
    > Deshalb soll es nicht vor Operationen und zahnärztlichen Eingriffen eingenommen werden.

 

  • Diclofenac
    Der Wirkstoff hemmt Entzündungen und vermindert Schmerzen.
    Diclofenac eignet sich zur innerlichen und äußerlichen Behandlung von leichten bis mittelschweren akuten und chronischen Schmerzen.
    Die Beschwerdebilder bei denen es oft eingesetzt wird, sind Arthrose, Bandscheibenvorfall, Gelenkbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Schmerzen nach Operationen.

 

  • Flufenaminsäure
    Der Wirkstoff hemmt Entzündungen und vermindert Schmerzen.
    Es wird überwiegend in Salben zur äußerlichen Anwendung bei Beschwerden wie Arthrose, myofasziale Verspannungen und Sportverletzungen angewendet.

 

  • Ibuprofen
    Ibu hemmt Entzündungen, vermindert Schmerzen und senkt Fieber.
    Es eignet sich zur innerlichen und äußerlichen (Salbe) Behandlung von leichten bis mittelschweren Schmerzen von rheumatischen Gelenkserkrankungen, Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen und Regelbeschwerden.

 

  • Naproxen
    Der Wirkstoff vermindert Schmerzen.
    Es wird gegen leichte bis mittelschwere Schmerzen im Bewegungsapparat, Arthrose und Rheuma eingesetzt.
    > Im Vergleich zu anderen Wirkstoffen zeichnet sich Naproxen durch eine besonders lange Wirkungsdauer aus, da die Linderung bis zu zwölf Stunden anhält, während es bei anderen Wirkstoffen meist nur vier bis acht Stunden sind. Dies ist für Beschwerden von Bedeutung, die auch über Nacht anhalten.

 

  • Paracetamol
    Der Wirkstoff vermindert Schmerzen, hat jedoch keine Entzündungshemmende Wirkung.
    Paracetamol wirkt gegen Kopf- und Regelschmerzen.
    > Es ist meist auch für magenempfindliche Menschen gut verträglich und ist für schwangere Frauen geeignet.
    > Ohne entzündungshemmende Eigenschaften bringt es gegen Gliederschmerzen und Rheuma keine Linderung.

 

  • Traumeel
    Traumeel wirkt schmerzlindernd, regt die Wundheilung an und regeneriert Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und die Muskulatur. Es regt die körpereigene Abwehr an und hilft so dem Körper sich selbst zu heilen. Durch die vielschichtige Zusammensetzung des Medikamentes wie Ringelblume, Eisenhut, Kamille, Sonnenhut, Johanniskraut, Schafgarbe, Tollkirsche und vielem mehr ist eine geballte Wirkung von Naturkräutern vorhanden.
    Traumeel ist in Tabletten, Tropfen und als Salbe in Apotheken erhältlich und zählt zu den homöopathischen Heilmitteln.
    Es wird bei Verstauchungen, Prellungen, Blut- und Gelenkergüssen eingesetzt, aber auch bei degenerativen Verschleißerscheinungen, so z.B. bei Arthrose, beim Tennisarm und Sehnenscheidenentzündung. Traumeel-Tropfen, -Tabletten und -Salben bestehen aus vielen verschiedenen zusammengesetzten Korbblütern in diversen Potenzen.
    > Nebenwirkungen sind soweit nicht bekannt, sofern jemand nicht allergisch auf die Inhaltsstoffe reagiert. Traumeel kann auch dadurch bei Kindern angewendet werden.
    > Bei Schwangerschaft und Stillzeit sollte Traumeel nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.
    > Bei Leukosen, Kollagenosen, Multipler Sklerose, Tuberkolose, AIDS-Erkrankung, HIV-Infektion und anderen Autoimmunerkrankungen sollte Traumeel nicht angewendet werden, ebenso nicht bei Überempfindlichkeit gegen Korbblüter. Weiterhin enthalten sie Lactose, was bei einer Lactoseunverträglichkeit beachtet werden sollte.

Richtige Anwendung von Schmerzmitteln

  • Nimm Schmerztabletten am besten stehend oder aufrecht sitzend mit viel Wasser ein, damit sie nicht in der Speiseröhre hängen bleiben und möglichst rasch wirken.
  • Der Einnahmezeitpunkt spielt eine große Rolle. “Morgens vor dem Frühstück” bedeuted, 30 bis 60 Minuten vor dem Essen. “Zwischen den Mahlzeiten” bedeuted mindestens zwei Stunden Abstand bis zur nächsten Mahlzeit.
  • Hast Du die Einnahme einmal vergessen, dann nimm nicht die doppelte Menge. Lies im Zweifelsfall den Beipackzettel oder frage den Arzt oder Apotheker.
  • Das gleichzeitige schlucken anderer Medikamente oder auch pflanzlicher Arzneimittel kann zu Wrchselwirkungen führen! Zum Beispiel Johanniskrautpräparate, aber auch Nahrungsmittel wie Milch, Kaffee oder Grapefruit können die Wirkung eines Medikaments beeinträchtigen.
    Lies bitte auch hier im Zweifelsfall den Beipackzettel oder frage den Arzt oder Apotheker.

Bitte beachte immer die Angaben im Beipackzettel bezüglich Menge, Alter, Körpergewicht und möglichen Allergien oder Vorerkrankungen.

> Hast du gute Erfahrungen mit einem der Wirkstoffe gemacht? Dann teile deine Erfahrung doch mit uns allen und schreibe uns einen Kommentar, bei welchen Beschwerden ein Wirkstoff dir besonders gut geholfen hat.

> War dieser Beitrag nützlich für dich? Dann schenke ihm bitte dein Lob indem du auf das “Daumen nach oben Symbol” am Ende des Beitrags drückst. So erfahren andere Medinauten und Besucher das der Beitrag hilfreich war.

Bandscheibenvorfall – Discusprolaps, auch Bandscheibenprolaps

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 20.09.2016

Der Bandscheibenvorfall (Discusprolaps, Discushernie, Bandscheibenprolaps) ist eine Erkrankung an der Wirbelsäule.
Durch einen Gewebeermüdung des Faserings tritt ein Teil des Bandscheibeninhalts in den Wirbelkanal aus und drückt auf das Rückenmark oder eine Nervenwurzel.

Verletzung:
Tritt der Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auf und drückt auf Nerven, die dort das Rückenmark verlassen, stellen sich heftige Rückenschmerzen ein. Sie treten plötzlich auf, wenn der Betroffene beispielsweise etwas hochhebt oder sich vorn über beugt.

Therapie: Sie setzt sich aus zwei Grundpfeilern zusammen: Schmerzen lindern und Rückenmuskulatur normalisieren.
Es gilt inzwischen als überholt, dass sich der Bandscheiben-Geplagte nicht bewegen darf oder sogar im Bett bleiben muss.
Dies ist nur in seltenen Fällen angebracht. Stattdessen beginnt der Patient meist sofort mit einer Physiotherapie.

Genesung: Durch eine konservative Therapie kommen fast 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle und Beschwerden zur Genesung. Die „Reha“ beinhaltet unter anderem Krankengymnastik und rückenstärkende Übungen.

Skoliose – seitliche Wirbelsäulenverkrümmung

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 20.09.2016

Als Skoliose wird eine seitliche Abweichung und Verkrümmung der Wirbelsäule bezeichnet.

Dabei kann die Wirbelsäule S- oder auch C-förmig verlaufen.

Es kann verschiedene Gründe für eine Skoliose geben

  • Angeborene Skoliose – sie entsteht meist durch die einseitige Ausbildung von Wirbelteilen
  • Erworbene Skoliose als Folge von Rachitis
  • Erworbene Skoliose durch eine Beckenschiefstellung (dies kann beckenanatomische, faszielle und muskuläre Gründe haben)
  • Erworbene Skoliose durch eine echte anatomische Beinlängendifferenz
  • Erworbene Skoliose durch einseitige Lähmungen
  • durch Unfallfolgen wie Rücken- oder Brustkorbverletzungen
  • Craniosakrale oder Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Dies kann zu neurologischen Kompensationsreaktionen führen.
  • Bei unbestimmbarer Ursache wird die Abweichung als idiopathische  Skoliose bezeichnet.

Sie kann durch eine Verletzung entstehen oder auch von Geburt an bestehen.
Auch unterschiedlich lange Beine haben einen Beckenschiefstand zur Folge, bei dem die Wirbelsäule sich strukturell s-förmig verformt.
Eine Skoliose kann auch nach Erkrankungen oder Verletzungen, z.B. von Brustkorb, Rippen oder dem Becken entstehen.
Die fortwährende einseitige Belastung der Muskulatur zur Erhaltung des Gleichgewichts kann zu Skoliosebildung führen.

Bei einer seitlichen Abweichung der Wirbelsäule rotieren die Wirbel um die Längsachse nach links oder rechts, in der Folge mit strukturellen Verformungen.

Die mit ihnen verwachsenen Rippen drehen sich mit und verursachen den als Rippenbuckel bezeichneten Schiefstand des Brustkorbs, da sie auf einer Seite mehr herausstehen als auf der anderen.

Skoliose sollte möglichst früh erkannt und behandelt werden. Anfangs birgt sie keine oder nur geringe Schmerzen, vor allem Muskulverspannungen und Spannungskopfschmerzen, die jedoch im weiteren Verlauf stärker werden können.
Durch eine dauerhafte Fehlhaltung entstehen mit der Zeit mitunter schmerzintensive Verschleißerscheinungen und Deformierungen.

Therapie

Eine schwach ausgeprägte Skoliose wird zunächst meist durch gezielte Krankengymnastik, manuelle Therapie, Osteopathie und Gerätetherapie behandelt.

Von ärztlicher Seite ist hier neben der orthopädischen Abklärung auch eine Kieferorthopädische Einschätzung oft von Bedeutung, da auch ein Fehlbiss (CMD) zu einem Beckenschiefstand und somit einer funktionellen, anatomischen Beinlängendifferenz führen kann.

In fortgeschrittenem Stadium wird meist ein Stütz-Korsett verodnet.

Leistenbruch (Leistenhernie)

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 20.09.2016

Verletzung: Der Leistenbruch (Leistenhernie) ist der häufigste faszielle Eingeweidebruch (Hernie).
Bei einem Leistenbruch “reißt” die vordere Bauchwand an einer Schwachstelle in der Leistengegend. Durch diese Stelle (sog. Bruchpforte) wölben sich dann Bauchorgane – zum Beispiel Teile des Darms – im Bereich der Leiste nach außen. Die Eingeweide sind dabei immer noch im Bauchfell eingeschlossen, das sich jedoch durch die Lücke in der Bauchwand sackartig ausstülpt (sog. Bruchsack)

Therapie: Es gibt angeborene bzw. kindliche Leistenbrüche, diese können in Einzelfällen spontan heilen. In allen anderen Fällen ist eine Operation meist unumgänglich. Bei dieser Operation wird ein Netz in die Bruchstelle eingebracht und fixiert.

Genesung: Ein operativ behandelter Leistenbruch (Leistenhernie) nimmt in der Regel einen günstigen Verlauf und heilt dann meist ohne Komplikationen aus. Um zu verhindern, dass sich erneut ein Leistenbruch bildet, ist es wichtig, nach der Operation:

  • etwa drei bis sechs Monate lang keine schweren Lasten zu heben
  • sich so zu ernähren, dass der Stuhl möglichst weich ist.

Schulter-Nacken-Syndrom – Osteopathische Behandlung

Geschrieben von medinout Redaktion - REALFALL am 07.04.2016
Schulter-Nacken-Syndrom (M54) – OSTEOPATHIE                                                             

Patient:

52 Jahre alte Frau, mittelgroß mit sportlicher Figur.

Anmerkung:

Die Patientin wurde medizinisch abgeklärt; eine weiterführende Diagnostik wurde zu diesem Zeitpunkt nicht veranlasst.

Tätigkeit: Lehrkraft

Konsultationsgrund:

Starke Schmerzen von der oberen Halswirbelsäule ausgehend mit deutlichen Bewegungseinschränkungen.
Nach einem Sturz und darauffolgender außerordentlicher zusätzlicher Belastung.

Zeitraum Beschwerdebild:

2 Tage

Symptome:

Starke Schmerzen hoch zervikal, schmerzfreier Bewegungsumfang in der HWS ca. 5°in Rotation links und rechts sowie 15°Flexion und 5°Extension. Die Patientin beschreibt vor allem nächtliche Schmerzen mit einhergehenden Schlafstörungen.

Krankenvorgeschichte:

Die Patientin beschreibt, einen ähnlichen Schmerz vor ca. 25 Jahren gehabt zu haben, gibt an, seitdem in der HWS weitgehend beschwerdefrei zu sein.

Vor ca. 2 Jahren wurde sie intensiv aufgrund eines Bandscheibenvorfalls in der LWS behandelt.

Osteopathische Untersuchung:

Sichtbefund:

  • fixierte HWS
  • Schulterschiefstand
  • eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Funktionstest:

  • HWS-Einschränkung in allen Beweungsrichtungen
  • C1 aus der Optimalpositon
  • Schultergelenk frei
  • Beweglichkeit im Brust- und Lendenwirbel durch muskuläre Fixierung der HWS z.T am Ende der Bewegung schmerzhaft und eingeschränkt.
  • Becken funktionell ohne Befund
  • Untere Extremität ohne Befund

Tastbefund:

  • Lymphansammlung im Venenwinkel (thorakaler Einlass)
  • deutliche muskuläre Fixation der Schulter-/Nackenmuskulatur
  • Triggerpunkte im Schultermuskel und Halsbereich
  • einseitige Verspannung im Lumbalbereich
  • Triggerpunkte im Gesäß- und Hüftmuskel

Kraniosakraler Befund:

  • Seitneigung (Linksrotation)
  • Occlusionsdysfunktion

Osteopathische Behandlung:

erste Theapiesitzung 45 Min.

  1. Ausgleich der kraniosakralen Dysfunktion über Kauapparat und Schädelbasis
  2. Korrektur vom Sakrum
  3. Zentrieren C1 über sanfte myofaszielle Behandlungstechniken
  4. Behandlung vom thorakalen Einlass
  5. Lymphdrainage Kopf und Venenwinkel
  6. Behandlung der Faszienzüge im Schulter-/Nackenbereich

zweite Therapiesitzung 60 Min. > Ergebnis:

Das beschriebene Beschwerdebild hat sich seit der ersten Behandlung um ca. 70% gebessert.

 

In der Befunderhebung ist die Beweglichkeit im Bereich der HWS frei. Die Bewegungsgrenze ist noch leicht schmerzhaft. Es liegt keine kraniosakrale aktive Dysfunktion vor.

Die lymphale Belastung ist weitgehend abgebaut.

Der Behandlungsschwerpunkt bezieht sich bei der zweiten Behandlung auf sanfte Mobilisation und myofaszielle Techniken.

Die Lymphe wurde entstaut, die Nerven wurden mit Milking-Techniken behandelt.

Nach der Behandlung äußert die Pat. keine Beschwerden mehr.

Abschließende Anmerkung:

Jeder Fall ist individuell zu sehen. Die beschriebene therapeutische Vorgehensweise lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Fälle übertragen.

EXPERTEN zu dieser Beschwerde
Weitere ARTIKEL zu dieser Beschwerde
PRODUKTE zu dieser Beschwerde

 

 

 

Prävention – Fördere Deine Gesundheit

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 16.03.2016

Dein Körper versucht immer, sich selbst zu heilen.

Deshalb ist es die grundlegende Herausforderung jedes Menschen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Auch du kannst dir diesen Grundsatz zu eigen machen, indem du generell eine gesunde Lebensführung anstrebst. Bei Gesundheitsstörungen solltest du darauf achten, durch begleitende Maßnahmen wie Schonung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und sinnvolle Ernährung deinen Organismus im Kampf gegen eine Beschwerde zu unterstützen.

Basiswissen Gesundheit

Dein Körper ist eine Einheit. Und er ist der Spiegel unseren inneren und äußeren Welt.

Bereichere dein Leben und entdecke deine innere Welt, die Freude daran, deinen Körper zu pflegen, und entwickle die Vernunft und die Neugier, deine Gesundheit regelmäßig zu checken.

Die Säulen der Gesundheit sind gesundes Essen & Trinken, Bewegung, Entspannung sowie ganzheitliches Denken und Handeln.
Unser Körper ernährt sich durch Bewegung und ohne Bewegung gerät sein Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Ohne Bewegung wird unser Körper krank.

Stirnhöhlenentzündung – Sinusitis & Bronchitis – NATURHEILKUNDE / Kneipp

Geschrieben von Dr. med. Maria Theresia Berkl am 09.03.2016

Der Kopfdampf bei Stirnhöhlenentzündung und Bronchitis

Bei akuter sowie chronischer Stirnhöhlenentzündung und -vereiterung (Sinusitis) und Bronchitis (Husten) hat sich in meiner täglichen Praxis der sog. “Kopfdampf” sehr bewährt. Hier erfährst du, wie ein Kopfdampf anzuwenden ist.

Diese Beschreibung basiert auf dem Orginaltext: “Das große original Kneippbuch von 1935” von Sebastian Kneipp. Der ungewohnte Schreibstil ist deshalb weitgehend erhalten.

Die Anwendung des Kopfdampfes braucht einige kleine Vorbereitungen. Zu dessen Vornahme sind notwendig ein kleines Holzgefäß, mehr tief als weit, mit Ohren, auf welche man bequem die Hände stützen kann, und einem gut abschließenden Deckel; sodann zwei Stühle und zum Zudecken des zu Behandelnden eine größere Wolldecke. Von den Stühlen dient der eine höhere zum Sitzen, der zweite niedrigere als Untergestell des Holzgefäßes.

Wenn all die genannten Gegenstände bereit stehen, wird das auf den niedrigeren Stuhl gestellte Holzgefäß  mit kochendem Wasser bis zu 3/4 Teilen angefüllt und mit dem Deckel gut verschlossen, damit bis zum Gebrauch möglichst wenig Dampf entweiche.

Der Patient hat den ganzen Oberkörper bis zu den Beinkleidern entblößt und über diese als abschließende Binde ein trockenes Tuch gelegt, um den niederrinnenden Schweiß aufzuhalten und das Nasswerden der Beinkleider zu verhindern. Er setzt sich auf den größeren Stuhl und stützt die flachen Hände auf die Ohren des Holzgefäßes, den Oberkörper über das Gefäß hinneigend. Oberkörper und Gefäß werden sodann mit der großen Wolldecke locker, aber nach allen Seiten hin derart eingehüllt, dass auch nicht durch die kleinste Öffnung Dampf entweicht. Jetzt erst entfernt der Behandelnde, dem Behandeltem gerade gegenüber befindlich und von unten her die Wolldecke etwas lüftend und in die Höhe hebend, den abschließenden Deckel; der Dampf dringt ungehindert wie ein glühender Strom auf Kopf, Brust, Rücken, auf den ganzen Oberkörper ein und beginnt seine auflösende Arbeit.

Wer zur Aufsicht und Bedienung beigegeben ist, sorge wohl dafür, dass schwächere Patienten, denen der Rücken leicht weh tut, bequem sitzen, eine gute Stütze im Rücken haben, wo es weh tut usw.

Dagegen achte er nicht auf die Klagen und die verschiedenartigsten Ausrufe wie: Ich halte es nicht länger aus, mich muss der Schlag treffen u.a.

Im ersten Augenblick mag mancher wegen der ungewohnten Glühtemperatur erschrecken; doch bald hat er sich an das tropische, das heiße Klima gewöhnt und schnell einige kleinere Vorteile gefunden. Beim ersten Ansturm der hitzigen Wolken suche er eine mehr aufrechte Stellung einzunehmen, den Kopf zu heben, nach verschiedenen Richtungen zu wenden usw.

Mit dem Angewöhnen und dem Nachlassen der Hitze kehrt der Oberkörper in die vorgeschriebene, gebückte Stellung zurück.

Zu befürchten hat man absolut nichts. Ich kenne nicht einen Fall, in welchem der Kopfdampf, genau nach Vorschrift angewendet, im geringsten geschadet hätte. Ich habe denselben den verschiedensten Personen in den verschiedensten Krankheiten appliziert und stets gute Erfolge erzielt. Schaden zugefügt haben nie die Dämpfe, wohl aber jene Selbstklugen sich selbst, welche ohne alle Vorsicht und Regel taten, wie es ihnen gutdünkte, nicht, wie die Ordnung es vorschrieb.

Eine Anwendung dauert 20-24 Minuten. Der Patient soll während der ganzen Dauer nicht nur willig mit seinem Kopfe her halten, er soll auch nach Vermögen Augen, Nase, Mund öffnen und an Dampf einströmen lassen, was und wie viel er nur ertragen kann.

Nach Ablauf der Zeit von 20-24 Minuten wird die Wolldecke entfernt und der ganze Oberkörper mit frischem Wasser kräftig abgewaschen. Der Patient macht sich zur Winterszeit im Zimmer, zur Sommerszeit im Freien Bewegung, bis die gehörige Trocknung und die normale Wärmetemperatur der Haut eingetreten ist.

Ich schulde an dieser Stelle noch einige wichtige und nicht zu übersehende Bemerkungen. Reinen Wasserdampf gebrauche ich fast nie mehr, nachdem ich mich überzeugt habe, dass, wenn man Kräuter daran mischt, der Geruch viel besser und auch die Einwirkung eine viel größere ist.

 

Der reine Wasserdampf wirkt auch auf manche Augen, ebenso beim Einatmen auf den Magen zuweilen nicht ganz günstig. Zunächst empfehle ich Fenchel, der sich vortrefflich bewährt hat. Ein Löffel gemahlener Fenchel reicht aus für eine Anwendung. Auch Kräuter von Salbei, Scharfgabe, Minze, Holunder, Spitzwegerich, Lindenblüten tun treffliche Dienste. Und wenn dir auch diese abgehen, so nimm eine Handvoll Brennnesseln oder Heublumen und mische sie bei; das Kräutchen mag verachtet sein, sein Dienst ist dennoch gut.

Bei gewöhnlichen Menschen tut der Dampf bald seine Wirkung; den meisten rinnen schon nach den ersten 5 Minuten die Schweißtropfen von der Stirn, nach 8 bis 10 Minuten perlen sie hervor aus allen Poren.

Es gibt jedoch Patienten – es sind in der Regel blutarme Individuen mit wenig Naturwärme – bei denen der Dampf nicht so leichte Arbeit hat. Man hilft nach, indem man im Herd einen Ziegelstein glühend macht und denselben ca. 10 Minuten nach Beginn der Anwendung in das Dampfbad bringt. Es braust gewaltig und die Wolken steigen von neuem dichter und lebhafter auf.

Unmittelbar nach beendigtem Kopfdampf, der, wie die folgende Abkühlung, im Winter stets in erwärmten Räumen vorzunehmen ist, soll man es nie wagen, ins Freie zu gehen ohne vorherigen kalten Abguss, wodurch die durch den Dampf geöffneten Poren wieder geschlossen werden. Zur Winterszeit verbleibe man vor solchem Austritt ins Freie noch ungefähr eine halbe Stunde im gewärmten Zimmer, in demselben auf und ab gehend. Ohne diese Vorsicht könnte man sich leicht nicht nur einen Katarrh, sondern unter Umständen eine schwere, tödliche Krankheit zuziehen. Der genannte kalte Abguss ist auf mehrfache Weise möglich. Die einfachste Art, welche ich besonders bei schwächeren, fremder Hilfe bedürfenden Personen empfehle, besteht darin, dass man mit einem Handtuch und frischem Wasser den Patienten rasch abwäscht. Bei Kopfgeschwülsten, Ausschlägen am Kopf, Ohrenfließen, überhaupt bei Leiden, welche große Ausscheidungen aus dem Kopf verlangen, muss beim ersten und zweiten Kopfdampf diese Art des Abgusses, viel mehr Abwaschens stattfinden. Die Folgen des Versäumnisses, wie heftiges Ohrensausen usw., wären, wenn auch nicht gerade gefährlich, doch unangenehm. Bei den folgenden Anwendungen, nach bereits erfolgten größeren Ausscheidungen aus dem Kopfe, kann die zweite Art des Abgusses, der eigentliche Abguss, an die Stelle der Waschung treten. In Form des Obergusses werden eine bis zwei Gießkannen kalten Wassers über die bedampften Stellen langsam gegossen, den Kopf, d.i. die Haare, ausgenommen; die Brust wird kräftig gewaschen. Das weitere Verhalten ist dasselbe wie nach den Güssen, d.i. nach sorgfältiger Abtrocknung des Gesichtes und der Haare zieht man, ohne den übrigen Körper abzutrocknen, rasch die Kleider an und macht Bewegung oder beschäftigt sich mit Handarbeit bis zur völligen Trocknung und normalen Erwärmung des Körpers. Wer nach dem Kopfdampf Gelegenheit hat, rasch ein kaltes Vollbad von höchstens einer Minute zu nehmen, macht seine Sache gleichfalls gut durch Benützung solcher Gelegenheit.

 

Die Wirkungen dieser Anwendung sind bedeutende; sie erstrecken sich auf die ganze Hautfläche des Oberkörpers, deren Poren sie öffnen; sodann auf das Innere des Körpers, indem sie in der Nase, in den Luftröhren, in der Lunge usw. auflösen und ausleiten. Bei Erkältungen durch Nässe oder raschen Temperaturwechsel, bei Kopfleiden, Ohrensausen, rheumatischen und krampfhaften Zuständen im Genick und auf den Schultern, bei Enge auf der Brust, bei noch nicht vorgerücktem Schleimfieber – lauter Begleiter und Begleiterinnen der verschiedenen Katarrhe – tut der Kopfdampf vorzügliche Dienste. Zwei Anwendungen innerhalb von 3 Tagen bringen in der Regel vollständige Heilung.

Quelle: “Das große original Kneippbuch von 1935” von Sebastian Kneipp

Von Dr. med. Maria Theresia Berkl

 

§ Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Häufige Fragen – Überblick über medinout für Gäste und Medinauten

Geschrieben von medinout Redaktion - SERVICE am 06.03.2016

medinoutlogo - weil ich gesund sein willmedinout – weil ich gesund sein will! –

Das Gesundheitsportal zum Teilen von Erkenntnissen und Erfahrungen

medinout ist dein medizinisches Archiv für alle Menschen. Es wird von seinen Medinauten gepflegt und stets auf dem neuesten Stand gehalten. Es gibt darin die redaktionellen Inhaltstypen: Lexikon, Infoblatt, Fachartikel, Realfall, Studie, Bild, Video, Produkte und News zu allen Bereichen der Prävention, Gesundheit und Medizinwissen über Krankheiten und Therapieformen.

Was bietet mir das medinout Gesundheitsportal?

Häufige Fragen – Inhalte selbst schreiben

Geschrieben von medinout Redaktion - SERVICE am 06.03.2016

medinoutlogo - weil ich gesund sein willmedinout – weil ich gesund sein will! –

Das Gesundheitsportal zum Teilen von Erkenntnissen und Erfahrungen

medinout ist dein medizinisches Archiv für alle Menschen. Es wird von seinen Medinauten gepflegt und stets auf dem neuesten Stand gehalten. Es gibt darin die redaktionellen Inhaltstypen Lexikon, Infoblatt, Fachartikel, Realfall, Studie, Bild, Video, Produkte und News zu allen Bereichen der Prävention, Gesundheit und Medizinwissen.

Neben unserer medinout-Fachredaktion können auch unsere angemeldeten Experten aller medizinischen Fachgruppen und Berufe ihr Medizinwissen jederzeit einpflegen und abrufen und so erstmals ein umfassendes Archiv von medizinischem Fachwissen und Erfahrungen mit allen Menschen teilen. Dabei achten wir stets darauf, dass wir dieses Wissen auch laienverständlich aufbereiten, so dass es jeder Mensch verstehen und nutzen kann.

Übrigens kann auch jedes Basismitglied mithelfen, die Inhalte zu erweitern und zu aktualisieren, und zwar über einen produktiven Kommentar, der eigene Erfahrungen oder wichtige ergänzende Informationen zum Artikelthema enthält.

Außerdem ist es für alle angemeldeten Medinauten möglich, einen hilfreichen Inhalt am Ende des Artikels zu „loben“ und so anderen die Nützlichkeit zu signalisieren.

Wie kann ich als Experte neue Inhalte beitragen?

Wenn du zu medinout Inhalte beitragen willst, hast du die Wahl. Unsere Inhaltstypen bieten für deine Erfahrungen das passende Betätigungsfeld.

Da alle derzeit verfügbaren Erkenntnisse zu Krankheiten und Therapieformen im Augenblick auf klinischen Studien und den theoretischen Leitlinien der Krankenkassen basieren und danach bewertet werden, wird ein weiterer Wissenschatz, also die realen Erfahrungen von Ärzten, Therapeuten und Gesundheitsberuflern, im Augenblick leider völlig ignoriert.
Mit unseren Beiträgen können wir die realen, erfolgreichen Erkenntnisse aus unserer täglichen Praxis erstmals sichtbar machen und in Vergleich dazu setzen. Dies ist so noch nie geschehen und dringend nötig, um oft sinnloses Leid von Patienten zu vermindern und um aufzuzeigen, daß vor allem auch therapeutische Berufe eine wichtige Rolle in unserer medizinischen Versorgung spielen.

§ Wichtiger Hinweis

medinout ist ein offenes interdisziplinäres Archiv, das der laienverständlichen Information über Prävention, Krankheitsthemen und therapeutischen Fachrichtungen dient. Es ist keine Anleitung zur Selbsttherapie und kein Ersatz für eine ärztliche Beratung oder Behandlung.

Neurom des Nervus peroneus superficialis

Geschrieben von medinout Redaktion - REALFALL am 28.02.2016

Patient
Weiblich, ca. 40 Jahre alt

Beruf
Überwiegend stehend und gehend

Konsultationsgrund
NeuromFuss
Beschwerdezustand nach

  • Umknicktrauma des rechten Sprunggelenks
  • Außenbandrekonstruktion mittels Watson-Jones Plastik
  • versehentlicher Verletzung des Nervus peroneus während der OP
  • daraus resultierender Neurombildung

Zeitraum
Seit dem Umknicktrauma bis heute ca. 10 Jahre

Symptome aktuell

  • elektrisierende Schmerzen in Bewegung und Ruhe
  • Punktschmerz bei Berührung des Neurombereichs
  • Schuhkonflikt
  • lokale, flächige Schwellung des wuchernden Bindegewebes, welches den traumatischen Nerv umhüllt und mit zahlreichen Blut- und Lymphgefäßen durchsetzt ist (Proliferation).

Überweisender Arzt
Fuß- und Sprunggelenkschirurg

Diagnose
Neurom des Nervus peroneus superficialis als Folge einer Außenbandrekonstruktion bei chronischer Instabilität nach einem Umknicktrauma

 

Abschließende Anmerkung der Patientin

Da der erste Weg für gesetzlich Versicherte zuerst über den Hausarzt führt, und von dort zum Orthopäden, dann Neurologen und schließlich zu Therapeuten, war die zehnjährige Oddysee der Patientin sehr zermürbend. Es gab lange Wartezeiten, nur kurze und teils oberflächliche, teils ablehnende Begegnungen mit vielen Ärzten.
Nur durch die regelmäßige Behandlung, und den Zuspruch der behandelnden Therapeuten aus Ergotherapie und Osteopathie konnte sie so lange durchhalten, bis sie endlich Ärzte fand, die sie ernst nahmen und ihre Beschwerdeursachen verstanden.
Es dauerte Jahre, bis das Neurom erkannt und anerkannt wurde. Der eingewachsene Faden, der jahrelang in den Nerv stach, wurde erst bei der OP entdeckt. Bis dahin hatte die gesetzliche Krankenkasse vorab die Erstattung einer “unnötigen” OP abgelehnt und auf den weiteren Einsatz von Psychpharmaka bestanden.

 

Abschließende Anmerkung der medinout-Redaktion zu diesem Fall

Während die meisten ärztlichen Fachrichtungen sich meist auf die bildgebenden Verfahren und eine Diagnose konzentrieren, bringen Therapeuten in ihrer Therapiestrategie die Vorgeschichte, Lebensumstände, Befunde von Kollegen, zusammenhängende Bewegungseinschränkungen und die Symptomatik des Patienten in Verbindung zueinander, um die eigentlichen Zusammenhänge für die Beschwerden zu verstehen und zu behandeln. Oft sind auch mehrere Auslöser für die Beschwerden des Patienten verantwortlich, hier ist die die Rangfolge und das Zusammenspiel der Dysfunktionen zu beachten. Es ist sinnvoll und notwendig, dass zukünftig behandelnde Ärzte und Therapeuten auf Augenhöhe miteinander zusammenarbeiten, sich austauschen und von einander lernen.

medinout möchte genau dies realisieren. Mach mit und erweitere diesen Realfall durch deine Erfahrungen, dein Fachwissen oder wertvolle Hinweise in Form eines Kommentars. Lobe den Artikel, wenn er hilfreiche Informationen für dich enthält.

 

§ Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

 

Ähnlicher Artikel: Neurom – faszielle, nervenumhüllende Verdickung

Neurom – faszielle, nervenumhüllende Verdickung

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 28.02.2016

Ein Neurom ist eine gutartige, knotenartige Verdickung eines Nervenendes, die nach der traumatischen oder operativen Durchtrennung eines peripheren Nervs (Neurektomie) an der Stelle des Defekts als reaktive Gewebsneubildung (reaktive Hyperplasie) entstehen kann.

Im Gegensatz zur Neoplasie (Neubildung von Körpergeweben), bei der sich entweder verletztes Gewebe (z.B. Epithelgewebe) physiologisch regeneriert, oder der krankhaften Gewebevermehrung eines Tumors (z.B. maligne Tumore) bezeichnet das Neurom eine reaktive Gewebsneubildung.
Es handelt sich dabei um neugebildetes Bindegewebe, das wuchernd den traumatischen Nerv umhüllt und mit zahlreichen Blut- und Lymphgefäßen durchsetzt ist (Proliferation).
Die Verdickung tritt meist an den Extremitäten auf und kann bei oberflächlicher Lage leicht als tumorartige Wucherung ertastet werden.

Man unterscheidet zwei Formen von Neuromen

Das traumatische Neurom

Das traumatische Neurom entsteht durch schnelles Wachstum (Proliferation) des umgebenden fasziellen Nervengewebes nach einer Verletzung oder Durchtrennung des peripheren Nervs, z.B. nach einer Operation in der Hand oder im Fuß. Einem Nerv entlang folgend wuchert es spindelförmig, am abgetrennten Nervenende knollenartig.

Bei abgetrennten, traumatischen Neuromen kommt es häufig auch zu Phantomschmerzen.

ICD10 Code: T87.3

 

Das Morton-Neurom

Typische Gründe, die zu einem Morton-Neurom führen können, sind z.B. die Überbelastung des Fußes bei Stop & Go-Sportarten, Laufsport oder Ballett-Tanzen, sehr enge oder zu hohe Schuhe, aber auch ein Trauma, etwa das Umknicken des Fußgelenks mit nachfolgendem Fehlbelasten durch ein gestörtes Gangbild und Schonhaltung. Auch ein Hühnerauge, ein eingewachsener Fußnagel oder der Schiefstand eines Zehs (z.B. Hallux valgus und Krallenzehe) können zu einer chronischen Fehlbelastung führen.

ICD10 Code: G57.6

 

Ärztliche Abklärung eines Neurom

Bei chronischen Schmerzen in den Extremitäten, mit Verdacht auf ein traumatisches Neurom oder ein Morton Neurom, sollte man sich immer einer eingehenden Untersuchung bei einem Fußspezialisten unterziehen, um unzureichende Behandlungen zu vermeiden.
Die möglichen Ursachen müssen dabei genau bestimmt werden, um daraus die Behandlungsstrategie ableiten zu können. Obwohl ein Neurom lokale Schmerzen verursacht, führt das damit verbundene Schonverhalten meist zu mehreren möglichen Störungen, die sich oft gegenseitig hervorbringen, überlagern und gleichzeitig auftreten.

 

http://youtu.be/3s2ob5EMnP4

CMD – Beschwerden im Kiefergelenk

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 25.02.2016

CMD – wenn die Funktion unseres Kauorgans gestört ist,
kann dies zu ernsthaften Störungen unserer Gesamtgesundheit führen.

Der Kauapparat ist eines unserer kompliziertesten Systeme und über Muskeln und Nerven eng mit Kopf, Wirbelsäule, Gehirn und weiteren Organen verbunden.

 

Funktionsstörungen des Kiefergelenks können diese Beschwerden und Erkrankungen
in anderen Bereichen des Stütz- und Bewegungsapparats auslösen.

Umgekehrt gilt dies ebenfalls: Störungen in anderen Regionen können Beschwerden und
Erkrankungen im Kausystem bewirken. Aufgrund dieser komplexen Zusammenhänge ist für die betroffenen Patienten die Zusammenarbeit von Zahnärzten, Orthopäden sowie anderen Fachärzten, Physiotherapeuten und Osteopathen oft sinnvoll und notwendig.

In Deutschland leiden mehr als 7 Mio. Menschen unter den Folgen der Fehlfunktion ihres Kiefergelenks.
Es entwickelt sich ein Krankheitsbild, das als Craniomandibuläre Dysfunktion (Cranium = Schädel; Mandibula = Unterkiefer; Dysfunktion = Fehlfunktion) bezeichnet wird. Kurz: CMD.

Da sich das Krankheitsbild aber hinter vielfältigen Symptomen von Kopf bis Fuß versteckt, wird der Zusammenhang mit dem Kiefergelenk immer noch sehr oft übersehen.
Und zwar von Patienten und Ärzten. Wer geht schon wegen Rückenschmerzen zum Zahnarzt? Und welcher Orthopäde untersucht das Kiefergelenk bei Knieproblemen? So leiten oft ein oder zwei markante Symptome den Patienten zum falschen Arzt und den Arzt auf die falsche Spur.
Die Folge ist eine jahrelange Arzt-Odyssee ohne effiziente Verbesserung der Beschwerden.

Inzwischen wurde z.B. der CMD-Dachverband als Plattform für Information, Aufklärung und therapeutische Hilfe gegründet, um CMD frühzeitig erkennen und fachübergreifend behandeln zu können.

Faszien – Wer behandelt Bindegewebe?

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 25.02.2016

Faszientherapie, also die Behandlung von stützendem Bindegewebe, ist eigentlich eine alte “Kunst”, die es in verschiedenen Therapierichtung gibt, eigentlich überall auf der Welt.

Am Anfang sind hier alte, vor allem asiatische Therapiemethoden zu erwähnen.
Zu den bekanntesten zählen hier sicherlich:

  • Shiatsu ist eine in Japan entwickelte Behandlungsform in der Körpertherapie und bedeutet „Fingerdruck”, geht jedoch weit darüber hinaus. Behandelt wird mit den Händen (Finger unKrankheitswissen Häufige Therapieformend Handballen), aber auch mit den Ellbogen und Knien. Neben sanften rhythmischen Techniken werden auch tiefergehende manuelle wie energetische Techniken sowie Dehnungen und Verdrehungen eingesetzt.
  • Tuina ist eine chinesische Massageform und eine der fünf Hauptsäulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Bei der Tuina kommen drückende und streichende Massage-Techniken zur Anwendung. Diese vereinen die Philosophie der Meridiane und Akupressur mit den Kenntnissen über Faszien und Muskelketten.
  • Tai-Massage: Die traditionelle Thai-Massage  (TTM) ist ein System von manuellen Techniken, die in Thailand unter der Bezeichnung Nuat Phaen Boran bekannt sind. Vom Therapeuten werden hierbei Streckpositionen und Dehnbewegungen, Gelenkmobilisationen sowie Streich- und Druckpunktmassage am Patienten angewendet.
  • Lomi Lomi Nui, auch Lomi Lomi genannt (Traditionelle hawaiianische Massage), bedeutet übersetzt “starkes Reiben, Kneten oder Drücken”. Diese Massage dauert gewöhnlich rund zwei Stunden.
    Es wird viel Öl verwendet, ursprünglich von der Kukui-Nuss. Der Therapeut arbeitet mit den Händen und dem gesamten Unterarm einschließlich der Ellenbogen. Im Unterschied zu vielen anderen Therapiemethoden gibt es auch die vierhändige Lomi-Massage, die von zwei Therapeuten gleichzeitig ausgeführt wird. Die Techniken sind fließend und leicht schaukelnd, wobei die “traditionelle” Behandlung von hawaiischer Musik und Gesängen begleitet wird, zu denen sich der Masseur im Rhythmus rund um den Massagetisch bewegt. Die Behandlung kann in einer Behandlungssitzung in ihrer Intensität stark variieren, von sanften bis zu sehr schmerzhaften Streichen, um tiefliegende Spannungen aufzulösen. Dabei sind Striemen und blaue Flecken keine Seltenheit.  

In der Antike waren natürlich auch Dehnübungen und Massagen bekannt, beispielsweise bei den alten Griechen in Olympia, den Badehäusern der Römer, dem Saunieren nordischer Länder und bis heute auch bei der Behandlung im Hammām, dem türkischen Dampfbad.

In Deutschland betrachten wir natürlich die berühmte Kneipp-Therapie, welche auch heute noch zur Vorbeugung oder Behandlung bestehender Faszien-Erkrankungen eingesetzt wird, zu denen beispielsweise auch orthopädische Erkrankungen im Bewegungsapparat zählen. Das Wirkprinzip setzt dabei unter anderem auch auf Abhärtung durch heiß-kalte Güsse, Wassertreten in kaltem Wasser und Abbürsten mit rauen Bürsten und Handschuhen zur Stärkung von Haut und Gefäßen, der Durchblutung und der Körperabwehr.

Schließlich kommen wir zu den modernen Formen der Faszientherapie.

Zu den bekanntesten Methoden zählen heute maßgeblich:

  • Die Physiotherapie: Sie ist eine Form der manuellen Therapie und Krankengymnastik, mit der die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll. Die Behandlung erfolgt in Deutschland auf Weisung eines Arztes und auf Rezept.
  • Die Osteopathie: ein Osteopath stellt mit seinen Händen die Grundspannung und beweglichkeit von Faszien, Muskeln, Knochen, Gelenken und Organen fest und kann so gestörte Funktionen erkennen und behandeln.
    Die Osteopathie kann in drei Bereiche eingeteilt werden:
    Parietale Osteopathie – Bindegewebe, Muskulatur und Gelenke
    Viszerale Osteopathie – Innere Organe und deren bindegewebige Aufhängung und Rhythmen
    Kraniosakrale Osteopathie – Innerer „Rhythmus“ der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit im Schädel und Duralschlauch.
  • Rolfing
  • NLB

Im Bereich der Faszien-Selbstbehandlung gibt es einerseits Bewegungstherapien:

  • bewegung tai chiQi Gong und Taijiquan sind asiatische Bewegungsformen, welche mit verschiedenen Gesundheitsübungen vor allem das körperliche Gleichgewicht, die Stabilität und das Zusammenspiel der Faszienzüge (Bindegewebszüge) und Muskelfunktionsketten fördert und diese Strukturen geschmeidig und gesund erhält. Parallel werden dazu auch ein bewegungsgekoppeltes Atmen und eine bewegungsbegleitende Visualisierung von Qi erlernt.
    Qi Gong sollte unter Anleitung und bevorzugt in der Gruppe erlernt werden.
     
  • Hatha Yoga (körperbetont) stammt ursprünglich aus Indien, seine Wurzeln liegen im Hinduismus und Buddhismus. Darin wird ein Mensch als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers gesehen.
    Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die fünf Sinnesorgane, der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heißt im Indischen „Yoga“. 
    Bei den Asanas (Kbewegung yogaörperübungen) werden Kraft, Flexibilität, Gleichgewichtssinn und Muskelausdauer trainiert. Durch die Aktivierung von Faszienzügen, Muskeln, Sehnen, Bändern, Blut- und Lymphgefäßen werden die Durchblutung und der Zellstoffwechsel gefördert.
    Die Rumpfmuskulatur wird gekräftigt, verkürzte und verdichtete Faszien werden gedehnt und durchbewegt, was wiederum zu einer verbesserten Körperhaltung führen kann.
    Beim Hatha Yoga können Überbelastung und falsch ausgeführte Übungen allerdings auch schaden. Deshalb soll auch Yoga unter Anleitung eines/r erfahrenen Yogalehrers/in erlernt werden.
  • Die Feldenkrais-Methode dient ebenfalls der körperlichen Betätigung und Entspannung. Unterschieden wird hierbei zwischen der durch einen Übungsleiter angesagten Körperübung mit dem Ziel von “Bewusstheit durch Bewegung“ und der non-verbalen “funktionalen Integration“, bei welcher der Feldenkrais-Therapeut den Körper seines Patienten bewegt und dadurch sanft eingeschränkte Bewegungsmuster des Patienten bewusst macht, erweitert und gemeinsam auflöst.
    Ziel ist es, die Aspekte der Bewegung, Sinnesempfindung, Gefühle und Gedanken über das Element Bewegung zu verändern und zu entwickeln und somit die körperliche Funktion und Gesundheit zu stärken und zu erneuern.

    Andererseits gibt es auch sog. Selbstbehandlungstools wie beispielsweise

  • Das Finnische Bogenbretts zur Dehnung und Behandlung von seitlicher Haltungsabweichung und Rundrücken
  • Faszienrollen oder einem Therapie-Ball, z.B. einem TRIGGERBALL®

Faszien – ein körperweites Stütznetzwerk

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 25.02.2016

Bindegewebsstruktur mit vielen Funktionen

Faszien galten jahrzehntelang als eher passive Muskelummantelungen ohne große Bedeutung. Doch inzwischen zeigen Forscher, dass das stützende Bindegewebe eine wichtige Rolle spielt – bei der Bewegung und bei der Entstehung von Schmerzen.

 

Was sind Faszien?

Unter Faszien versteht man das Bindegewebe, das den Körper wie ein Netz durchzieht und umhüllt. Die weiße Schicht ummantelt Muskeln, Organe und Blutgefäße und trennt einzelne Körperabschnitte voneinander. Da die Faszien untereinander verbunden sind, wird das Bindegewebe inzwischen als eigenes Organ angesehen.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Faszien Sinneszellen enthalten, die auf Stressstoffe reagieren, sich unabhängig von der Muskulatur zusammenziehen können und das Immunsystem beeinflussen, weil sie sogar eigene nervenreizende Reizstoffe aussenden. Daher können zahlreiche Beschwerden wie Rückenschmerzen, Gelenkprobleme oder Muskelsteifheit mit ihnen zusammenhängen.

Anatomische Unterscheidungen im Bindegewebe

Die oberflächliche Faszien liegen direkt unter der Haut und Unterhaut. Sie sind hochviskoelastisch, also sehr dehnfähig. Außerdem haben sie die Fähigkeit, Körperfett anzureichern, zum Beispiel bei Gewichtszunahme oder einer in der Schwangerschaft.

Die tiefe Faszien liegen unter einer weiteren Fettschicht.
Im Gegensatz zu oberflächlichen Faszien sind sie weniger dehnbar und geringer durchblutet, jedoch stark von Nerven durchzogen und so beteiligt an der Weiterleitung von Schmerzen. Eine weitere, grundlegend wichtige Eigenschaft der tiefen Faszien sind ihr Anteil an speziellen Bindegewebszellen namens Myofibroblasten. Diese sind Muskelzellen der glatten Muskulatur ähnlich, produzieren Kollagen  und sind dadurch in der Lage, mit Kontraktion und Entspannung auf mechanische oder chemische Reize (zum Beispiel Stressstoffe wie Adrenalin) zu reagieren. Die eingeschränkte Dehnfähigkeit der tiefen Faszien hängt wahrscheinlich von der Dichte der Myofibroblasten und dem Kollagen ab. Dies kann sich auch in Krankheitsbildern wiederspiegeln z.B. beim Dupuytren-Syndrom (Morbus Dupuytren) einer  “gutartige” Bindegewebserkrankung der Hand in Form einer Schrumpfung, Verdickung und Versteifung der Fingerbeugesehnen und Gelenke.

Die Organfaszien umhüllen alle Organe. Sie sind wenig dehnfähig und geben den Organen Halt, Stütze und Stabilität in ihrer Oberflächenspannung und Position. Bei einer zu lockeren Spannung der Organfaszie, kann dies zum Absinken eines Organs führen, auch konnte eine vermehrte Neigung der Zystenbildung an Organen beobachtet werden. Im Falle einer zu hohen Spannung der Organfaszien, sind Organe in ihrer notwendigen Gleitfähigkeit und Beweglichkeit beeinträchtigt.

 

Wie sind Faszien aufgebaut?

Faszien sind oft weniger als einen Millimeter dick. Sie bestehen im Wesentlichen aus netzartig verwobenen Fasern aus Kollagen und Elastin. Kollagene sind relativ stabile Fasern, die das Gerüst für die Faszien liefern und es in Form halten. Elastin dagegen lässt sich dehnen und zieht sich wieder zusammen. Je nach Funktion ist zwischen den Fasern unterschiedlich viel Wasser eingelagert, in dem sich Nervenendigungen und Immunzellen befinden.

Lockere Faszien können relativ viel Wasser speichern. Ein weites Netz polstert beispielsweise im Bauch den Raum rund um die Organe oder beinhaltet unter der Haut viele Blutgefäße, Sensoren und Drüsen. Es enthält viele Immunzellen und trägt außerdem zur Versorgung der inneren Organe bei.

Wenn sich die Muskeln bewegen, werden die Faszien rundherum gedehnt oder gestaucht. So wird Flüssigkeit aus dem Bindegewebe herausgepresst und beim Entspannen des Muskels durch frisches Wasser ersetzt. Auf diese Weise werden Abfallprodukte abtransportiert und die Faszien und angrenzende Organe mit Nährstoffen versorgt.

Dichte Faszien bestehen dagegen aus einem straffen Geflecht aus Fasern, die eine sprungfederartige Strukturfaszie_hand haben. Sie können sich dadurch bei Zug dehnen und wieder zusammenziehen. Bei einem gesunden Menschen sind die einzelnen Fasern regelmäßig angeordnet und haben eine hohe Spannkraft. Fehlt allerdings die Bewegung, wachsen unkontrolliert neue Fasern und es entstehen Querverbindungen. Dadurch gleiten die Faszien schlechter aneinander vorbei und behindern die Muskeln, die von ihnen umhüllt werden. Wenn das Gewebe verfilzt und verklebt ist, kann das zu Beschwerden führen. Andererseits werden Faszien, die regelmäßig durch Sport bewegt werden, dichter und kräftiger und weisen eine höhere Elastizität auf. So bleiben sie beweglich und können die Muskeln besser stabilisieren.

 

Welche Funktion haben Faszien?

Faszien haben unterschiedliche Funktionen. Sie polstern den Körper ab und tragen zur Versorgung der Organe bei. Weil sie mehr Sinneszellen als Muskeln enthalten, spielen sie auch eine wichtige Rolle bei der Körperwahrnehmung – zum Beispiel von Spannung, Druck, Lage und Gleichgewicht.

Faszien wirken außerdem als Stoßdämpfer, speziell beim Laufen. Durch ihre Elastizität können sie die Erschütterungen bei jedem Schritt abpuffern. So werden die Bewegungen geschmeidig. Sie grenzen die einzelnen Muskeln voneinander ab und verhindern, dass sie beim Zusammenziehen ihre Form verlieren. Der Beitrag zur Körperstabilität geht aber weit über die passive Ummantelung hinaus. Das Biotensegrity-Modell (zusammengesetzt aus „tension“ = Spannung und „integrity“ = Zusammenhalt) erklärt, dass gerade die Körperspannung von den Faszien abhängt.

Das Skelett allein kann nicht aufrecht stehen – die Knochen berühren sich nicht, sondern sind immer über Bindegewebe flexibel miteinander verbunden. Auch die Muskeln sind mit Hilfe von Sehnen an den Knochen befestigt. Die Faszien bilden so ein elastisches Netzwerk mit einer Grundspannung rund um den Körper – erst sie übersetzen die Muskelkraft in eine Bewegung. Durch die Verteilung der Kraft in ein Spannungsnetzwerk können äußere Belastungen in alle Richtungen gleichmäßig verteilt werden – ein bewegliches und zugleich stabiles System. Somit sind die Faszien die Grundlage für den aufrechten Gang.

 

Wo im Körper finden sich Faszien?

Faszien sind im ganzen Körper zu finden. Sie liegen unter der Haut und rund um die Organe und die Muskeln und sind alle miteinander verbunden. Da Muskeln, Sehnen Nerven und Faszien eine funktionale Einheit bilden, die Bewegung erst möglich macht, spricht man auch von einem neuromyofaszialen Netzwerk. Die Faszien sind zwar untereinander und mit den Muskeln verbunden, aber nur an wenigen Stellen mit den Knochen befestigt. Dadurch kann man einzelne Muskel-Faszien-Ketten unterscheiden, die sich durch den Körper ziehen.
Die sechs wichtigsten Faszienketten:

  • Die Schulter-Ellbogen-Kette verläuft von der Außenseite des Unterarms über den Ellenbogen und die Außenseite des Oberarms zum Deltamuskel an der Schulter und zum Trapezmuskel an Nacken und oberem Rücken.
  • Die Brust-Armbeuger-Kette zieht sich von der Innenseite des Unterarms, dem Ellenbogen und der Innenseite des Oberarms zum Brustmuskel und ist mit dem Brustbein verbunden.
  • Das abdominale Netz der Körpermitte ist ein Geflecht, das aus mehreren Schichten in unterschiedlichen Richtungen besteht, genau so, wie auch die Bauchmuskeln in mehreren Schichten aufgebaut sind. Die oberste Schicht verläuft vertikal entlang des geraden Bauchmuskels vom Schambein bis zum Brustbein. Darunter liegt die diagonale Schicht entlang des äußeren schrägen Bauchmuskels und es folgt die des inneren schrägen Bauchmuskels. Schließlich folgt der quere Bauchmuskel. Diese Schicht reicht bis zur tiefsten Schicht der großen Rückenfaszie und trägt so auch zur Stabilität der Lendenwirbelsäule bei.
  • Die diagonale Rückenmuskel-Gesäßmuskel-Kette verläuft diagonal vom großen Gesäßmuskel zum großen Rückenmuskel und vernetzt den Oberkörper mit dem Unterkörper. Sie wird von der großen Rückenfaszie bedeckt.
  • Die Oberschenkelfaszie hält die Muskeln an der Außenseite des Oberschenkels zusammen.
  • Die Fußgewölbe-Adduktoren-Beckenboden-Kette zieht sich vom Mittelfuß über die Innenseite der Oberschenkel bis zum Beckenboden.

Diese Ketten ziehen sich durch den Körper und sorgen für die Körperstabilität und übertragen Kraft. Da sie so weiträumig miteinander vernetzt sind, können Spannungen in einem Körperteil zu Schmerzen in einem völlig anderen Bereich führen.

 

Welche Beschwerden werden durch Faszien beeinflusst?

Gesunde Faszien sind eine wichtige Voraussetzung für eine gute Körperspannung und kraftvolle Bewegungen. Allerdings können die Faszien auf zwei Arten zu Beschwerden führen. Die erste Möglichkeit sind verklebte Faszien auf Grund von mangelnder Bewegung. Schon wenn ein Arm nach einem Bruch mehrere Wochen in Gips gelegen ist, erkennt man die veränderte Bindegewebsstruktur. Die Kollagen-Fasern wuchern unkontrolliert, die Faszie verhärtet sich. Wenn dies am ganzen Körper passiert, wird er steif und unbeweglich. Die Muskeln werden schlechter durchblutet, können sich in der harten Hülle schlechter bewegen. Folgen nun doch größere Bewegungen, können kleinste Verletzungen in den Faszien entstehen, die zu Entzündungen und Schmerzen führen.

Der zweite Grund sind Spannungen. Faszien können sich aktiv zusammenziehen, unabhängig von den Muskeln – und meist langsamer als diese. Speziell Stresshormone können die Kontraktion des Bindegewebes anregen. Auch eine Übersäuerung des Gewebes, die entsteht, wenn die Flüssigkeit zu lange nicht ausgetauscht wird, kann zum Zusammenziehen führen. So entstehen Zugspannungen, die Belastung für Wirbelsäule und Gelenke steigt. Dadurch sind es oft nicht ursächlich Schäden an Gelenken oder verspannte Muskeln, die zu Schmerzen führen, sondern ein gestörtes Zusammenspiel von Faszien, Knochen und Muskulatur im Sinne der Körperstatik.

Typische Beschwerdebilder im Fasziensystem sind unter anderem

  • akute und chronische Rückenschmerzen durch muskuläre Verspannungen
  • dem chronischen Lendenwirbel-Syndrom

  • Bandscheibenvorfällen im Hals- und Lendenwirbelsäulen-Bereich

  • steifem Nacken und Schiefhals (Torticollis)

  • Spannungs- und Nackenkopfschmerzen

  • Kiefergelenksbeschwerden (CMD)

  • Tennisellbogen (Epicondylitis)

  • Ausstrahlung und Krämpfe in Armen und Beinen
  • dem Syndrom der steifen Schulter (frozen shoulder)

Faszien – Asiatische Medizin

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016

Der Ursprung vieler asiatischer Heilmethoden liegt teilweise schon drei Jahrtausende zurück. Aus dieser Zeit stammen Erklärungen für die Wirkung wie der Ausgleich von Yin und Yang oder die Lebenskraft Qi.
Obwohl diese aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichen, haben viele der Methoden den Weg nach Europa gefunden und werden bei bestimmten Krankheiten erfolgreich angewandt.

 

Akupunktur

akupunkturAkupunktur geht davon aus, dass die Urkraft des Lebens den Körper auf bestimmten Leitbahnen (Meridianen) durchströmt. Diesen sind bestimmte Organfunktionen zugeordnet. Eine Blockierung der Strömung führt zu Krankheiten – und kann durch einen Nadelstich in bestimmte Punkte entlang der Meridiane wieder zum Fließen gebracht werden. In der Akupressur wird die Nadel durch einen Druck mit dem Finger ersetzt.

Die Ohrakupunktur ist dagegen kein traditionelles Heilverfahren. Sie wurde in den 1950er Jahren von einem französischen Arzt erfunden. Er ging davon aus, dass die Ohrmuschel den gesamten Körper abbildet und die betreffenden Regionen mit den Organen und Körperteilen in Verbindung stehen. Dadurch lassen sich Krankheiten durch Nadelstiche im Ohr beeinflussen.

Am Anfang jeder Behandlung stehen eine ausführliche Untersuchung und Diagnose. Der Therapeut sucht nach gestörten Funktionen von Organen und Blockaden im Energiefluss. Neben den schulmedizinischen Hinweisen werden unter anderem der Puls, die Zunge und das Gesicht untersucht. Speziell Farbe, Form und Beläge auf der Zunge sollen Funktionsstörungen im Körper zeigen. Dann wird der Therapieplan festgelegt. Der Patient liegt oder sitzt entspannt, der Arzt setzt bis zu 16 Nadeln. Im Durchschnitt werden ein bis zwei Akupunkturbehandlungen pro Woche durchgeführt, in Serien von 10 bis 15 Behandlungen.

Akupunktur wird unter anderem bei Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Rheuma, Tennisellbogen, Arthrose, Migräne und Kopfschmerzen angeboten. Die Schulmedizin nimmt an, dass der leicht schmerzende Nadelstich zur Ausschüttung von körpereigenen Schmerzmitteln führt. Das erklärt die Wirkung jedoch nicht ausreichend.
Für die Existenz der Meridiane oder die Verbindungen mit dem Ohr lassen sich keine wissenschaftlichen Belege finden. Möglicherweise kann aber das verbundene Fasziennetzwerk anstelle der Meridiane eine Erklärung für die Fernwirkung der Nadelstiche liefern. Denn Studien zeigen, dass Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen sogar besser wirken kann als herkömmliche Therapien. Für diese beiden Indikationen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen inzwischen die Kosten.

 

Shiatsu

Shiatsu ist das japanische Gegenstück zur chinesischen Akupressur. Dabei werden dieselben Punkte am Körper behandelt wie bei der Akupunktur, allerdings als Druckpunktmassage. Der Therapeut arbeitet dabei mehr mit seinem Körpergewicht als mit einem Muskeldruck.

Zuerst wird der Gesundheitszustand erfasst, meist durch Ertasten von Spannungen. Der Patient liegt in der etwa halbstündigen bis einstündigen Behandlung meistens auf einer Matte. Dann drückt der Therapeut die einzelnen Punkte, manchmal wenige Sekunden, manchmal auch mehrere Minuten. Dabei kann er Finger, Handflächen, Ellbogen oder Knie benutzen. Dazu gibt es Dehnübungen, Gelenkbewegungen und Atemtherapien.

Shiatsu wird beispielsweise bei Verspannungsschmerzen in Kopf, Nacken und Rücken, bei Rheuma und Gelenkversteifungen sowie Muskelzuckungen eingesetzt. Im Gegensatz zur Akupunktur ist die Methode schlechter mit Studien belegt. Daher wird sie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Da das Prinzip beider Methoden ähnlich ist, könnten auch hier die Fasziennetzwerke im Körper eine Rolle bei der Übertragung von einzelnen Punkten auf entfernte Organe spielen. Es gibt Patienten, die mit der Behandlung erfolgreich Schmerzen bekämpft haben. Da keine Verletzungsgefahr mit Nadeln besteht, können Betroffene auch eine Selbstbehandlung ausprobieren.

 

Tuina

TuinaTuina ist eine chinesische Massagetechnik. Wie bei Akupunktur und Shiatsu ist das Ziel der ungehinderte Fluss der Lebensenergie Qi auf den zwölf Meridianen im Körper. Die Behandlung soll das Qi stärken, stabilisieren und Störungen der inneren Harmonie beheben.

Auch die Diagnose wird ähnlich wie bei der Akupunktur über Tasten, Puls und Zunge sowie Befragung des Patienten gestellt. Zusätzlich werden Funktionstests auf Bewegungseinschränkungen durchgeführt. Inzwischen werden diese Analysen auch durch technische Diagnosen wie Röntgen und Magnetresonanztomografie ergänzt. Danach folgt die 15- bis 30-minütige Massage des betroffenen Körperteils. Es werden unterschiedliche Handgriffe und Techniken verwendet: Kneten, Schieben, Rollen oder Pressen – teilweise mit stärkerem Druck. die gegebenenfalls durch aktive und passive Bewegungstherapie ergänzt wird. Gegebenenfalls wird die Massage durch aktive und passive Bewegungstherapie ergänzt. Für Kinder gibt es eine spezielle Tuina-Form, bei der die Griffe sanfter ausgeführt werden.

Obwohl die Qi-Theorie wissenschaftlich nicht zu belegen ist, kann die Wirkung der Behandlung erklärt werden: Durch die bessere Durchblutung der betreffenden Körperbereiche wird der Gewebestoffwechsel stimuliert.
Da ein verschlechterter Flüssigkeitsaustausch im Bindegewebe eine Ursache für Verspannungen sein kann, ist dies eine gute Begründung. Zugleich können durch den Reiz an den Nervenenden in Faszien und Muskeln schmerzlindernde Botenstoffe freigesetzt werden. Einzelne Untersuchungen zeigen unter anderem positive Effekte bei Nackenschmerzen. Noch ist die Wirkung allerdings nicht in wissenschaftlichen Studien belegt, daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten nicht.

 

Ayurveda

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilmethode. Sie beruht auf der Annahme, dass Menschen wie alle Dinge im Universum aus fünf Grundelementen (Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther) bestehen. Sie werden von drei Lebensenergien beeinflusst, die sich aus den Elementen zusammensetzen. Ungleichgewichte der Elemente führen zu gesundheitlichen Störungen. Daher soll der Ayurveda die Harmonie wieder herstellen. Von den vielen in Indien praktizierten Methoden werden in Europa meist nur die Öl-Anwendungen des Panchakarma praktiziert. Hierbei handelt es sich um eine Reinigung des Körpers von Stoffwechselprodukten und Umweltgiften.

Am Anfang stehen eine Untersuchung und Befragung nach den Grundsätzen des Ayurveda. Dann beginnt die etwa zweiwöchige Vorbehandlung, mit einer leicht verdaulichen und fettfreien Diät. Für die Kur trinken die Teilnehmer am Anfang Ghee, geklärte Butter mit speziellen Kräutern. Dadurch sollen Schlackenstoffe im Gewebe gelöst werden. Dann folgen spezielle Ölmassagen und Wärmebehandlungen, welche die Gifte mobilisieren und in Richtung Darm transportieren sollen. Später können auch Abführmittel und Einläufe zum Einsatz kommen. Zwischen den Massagen liegt immer ein Ruhetag, damit sich der Körper von den Strapazen der Ausleitung erholen kann. Am Ende der drei- bis achtwöchigen Kur folgt eine Wiederaufbauphase mit ayuverdischen Medikamenten (Rasayana), die den geschwächten Körper wieder stärken. Die leichte Kost während der Behandlung kann auch als Anfang genutzt werden, um die Ernährung grundsätzlich umzustellen.

Die Therapeuten empfehlen Panchakarma beispielsweise bei Rheuma und Gelenkerkrankungen, chronischen Schmerzen und nach Schulter-, Gelenk- und Bandscheibenoperationen. Die Hintergründe der Methode lassen sich allerdings wissenschaftlich nicht stützen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt klar, dass es in einem gesunden Körper keine Ansammlung von Schlacken oder Stoffwechselprodukten gibt. Daher ist der Nutzen des Panchakarma umstritten. Die Entspannung durch die Massagen und die Möglichkeit, nach der Kur eine gesündere Ernährungsweise zu beginnen, können das Wohlbefinden verbessern und dadurch möglicherweise auch Schmerzen lindern.

Faszien – Komplementärtherapien

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016

Viele Therapien, die früher keine Erklärung für ihre Wirkung liefern konnten, sind durch die Erforschung des Bindegewebes besser verständlich geworden. Da man nun weiß, dass die Faszien im ganzen Körper ein Netzwerk bilden, kann man erklären, warum Schmerzen auch von einem weit entfernten Muskel an eine andere Stelle des Körpers übertragen werden. Die Tatsache, dass die Faszien sich unabhängig von den Muskeln zusammenziehen können und bei Bewegungsmangel verkleben, ist die Basis für Massagetechniken, die statt den Muskeln das Bindegewebe lockern.

 

Rolfing

Rolfing ist eine Mischung aus Haltungstraining und Bindegewebsmassage. Die Theorie besagt, dass der Körper im ständigen Konflikt mit der Schwerkraft steht und in der falschen Haltung viel Kraft einsetzen muss. In der richtigen Haltung benötigt man dagegen nur minimale Anstrengung und belastet die Gelenke weniger.

https://youtu.be/ZY3W9FFUvAU

Rolfer versuchen daher, Struktur und Funktion des Körpers zu verbessern. In meist zehn Sitzungen über eineinhalb Stunden wird zuerst analysiert, wie sich der Patient bisher bewegt hat. Wo sind Spannungen und Schmerzen? Mittels langsamen Drucks von Hand, Knöcheln, Fingern und Ellbogen werden Verklebungen im Bindegewebe behandelt. Die unbeweglichen Faserschichten sollen gelockert und voneinander getrennt werden. Anfangs geht es um die Auflösung der äußeren Spannungsmuster, später folgen die tieferen Faszienschichten. Die Patienten sollen Gehen, Sitzen und Stehen neu lernen, um künftige Spannungen zu vermeiden und die neue Haltung in den Alltag übernehmen. Ziel ist ein besseres Gleichgewichtsgefühl, mehr Beweglichkeit und dadurch die Vermeidung von Schmerzen.

 

Rolfing wird von den Therapeuten beispielsweise bei Bewegungseinschränkungen und chronischen Verspannungen, Spannungskopfschmerzen, haltungsbedingten Gelenkschmerzen, Ausgleich von Schonhaltungen nach Unfällen oder Operationen, Ischiasschmerzen oder Hexenschuss (Lumbago) empfohlen. Da Rolfing noch zu wenige wissenschaftliche Nachweise für seine Wirkung erbracht hat, wird die Behandlung in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

 

LNB-Schmerztherapie

Die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht beruht auf einem neuen Schmerzverständnis. Sie geht davon aus, dass 90 Prozent aller Schmerzen nicht von einer wirklichen Schädigung wie Arthrosen ausgehen, sondern sogenannte Alarmschmerzen sind. Diese sendet der Körper, um vor einer bevorstehenden Verletzung zu warnen. Dazu gehören zum Beispiel Fehlspannungen im Muskel-Faszien-System. Diese können an der Wirbelsäule ziehen, auf die Bandscheiben drücken oder Gelenke belasten.

 

Nachdem der Therapeut analysiert hat, was die Ursache für den Schmerz ist, löst er die Spannungen mit einer Schmerzpunktpressur. Die Punkte in der Muskulatur sind angelehnt an Akkupressurpunkte aus der chinesischen Medizin, vor allem im Übergangsbereich zwischen Muskeln und Sehnen. Diese Stellen dienen eigentlich dem Schutz der Sehnen vor Überdehnung: Wird die Muskelspannung zu groß, senden sie ein Signal ins zentrale Nervensystem, das zur Entspannung der Muskeln führen soll. Durch die manuelle Stimulation erhält man einen ähnlichen Effekt. Außerdem wird die Durchblutung angeregt und die Beweglichkeit gefördert. Im nächsten Schritt lernen die Patienten Übungen, um künftige Schmerzen zu verhindern.

 

Die LNB-Schmerztherapie nennt unter anderem akute und chronische Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen aller Art, Arthrosen, Verspannungen, Tennisellenbogen, Frozen Shoulder, Golferellenbogen, Skoliose und Sehnenscheidenentzündungen als Ziele. Die Deutsche Sporthochschule konnte bei einer Untersuchung von 15 Personen zeigen, dass das Schmerzempfinden durch die Behandlung signifikant nachließ. Allerdings reichen die Daten nicht als wissenschaftlicher Beleg für die Wirksamkeit der Therapie. Daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Behandlung noch nicht.

 

Osteopathie

Die Osteopathie geht davon aus, dass der Körper eine Einheit ist und seine Funktion von der Struktur beeinflusst wird. Alle Organe und Körperteile sollen gegeneinander verschiebbar sein und einen Flüssigkeitsaustausch ermöglichen. Eine schlechte Versorgung führt dagegen zu Beschwerden. Daher nutzt der Therapeut bestimmte Griffe, Druck und leichte Dehnungen, um Bewegungseinschränkungen und Blockaden zu beseitigen und so die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen.

 

Der Patient wird zuerst nach Vorgeschichte und Symptomen befragt, dann folgen eine körperliche Untersuchung und Bewegungstests. Auffälligkeiten in Stand und Gang können Hinweise auf die Ursachen geben. Die Palpation, das Ertasten von Größe, Position und Bewegung des untersuchten Körperteils, liefert weitere Indizien. Je nach Fall kommen dann unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Bei den direkten Methoden arbeitet der Therapeut gegen eine Bewegungseinschränkung. Lässt sich ein Gelenk nur noch ungenügend strecken, arbeitet er daran, den vollständigen Bewegungsumfang wiederherzustellen. Indirekte Methoden kommen oft zum Einsatz, wenn der Patient Schmerzen hat. Hier bewegt der Osteopath einen Bereich, der frei beweglich ist, und beeinflusst dadurch die eigentlich betroffene Struktur positiv.

 

Osteopathen behandeln unter anderem chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen an Wirbelsäue und Gelenken, Fehlhaltungen, Schulter- und Nackenbeschwerden, Tennisellenbogen, Bandscheibenprobleme und Spannungskopfschmerzen. Früher konnten die Grundlagen für die Wirkung nur schwer erklärt werden. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen das Zusammenspiel zwischen Bindegewebe und Muskeln und die verschlechterte Versorgung der Muskulatur durch verklebte Faszien. Zwar ist die Wirkung für viele Beschwerden noch nicht wissenschaftlich belegt. Dennoch ist die Osteopathie In den USA bereits Teil der Facharztausbildung. Inzwischen übernehmen viele gesetzliche Krankenkassen in Deutschland die Behandlungskosten zumindest anteilig.

 

Faszien – Naturheilkunde

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016

Verschiedene natürliche Stoffe wirken unterstützend auf das Bindegewebe und die Muskulatur und helfen damit bei der Regeneration der Faszien. Dazu gehören Vitamin C, Zink, Magnesium, Kalium, Curcuma und Grüner Tee, um nur einige wenige zu nennen. All diese Stoffe können über die Ernährung aufgenommen werden. Eine gesunde Ernährung ist nicht nur wichtig für die Faszien, sondern für den gesamten Körper. Es ist dabei besonders wichtig, täglich genug Wasser zu sich zu nehmen, um die Faszien mit der erforderlichen Menge Flüssigkeit zu versorgen. Daneben gibt es noch viele weitere Heilmittel aus der Naturheilkunde, die in der Therapie eingesetzt werden können.

 

Homöopathie

Homöopathie ist eine alternative Behandlungsmethode und wird auch „sanfte Medizin“ genannt, da sie nur natürliche Wirkstoffe enthält, die sehr stark verdünnt verabreicht werden. Sie können in Form von Kügelchen (Globuli), Tropfen oder Spritzen angewendet werden und sollen Beschwerden nach dem Ähnlichkeitsprinzip lindern. Das bedeutet, dass Krankheiten durch Wirkstoffe geheilt werden sollen, die bei einem gesunden Menschen die Symptome hervorrufen würden, die der Kranke hat.

 

Ein wirksames Mittel in der homöopatischen Faszien-Therapie kann deshalb Rhus toxicodendron sein, der den Pflanzenstoff Urushiol beinhaltet, welcher bei Berührung meist eine allergische Reaktion auslöst. Diese Pflanze heißt auch Giftsumach und wird in der Homöopathie bei Symptomen wie Sehnen- und Rückenschmerzen oder Gelenkproblemen eingesetzt. Bei Nackenverspannungen kann zum Beispiel Aconitum hilfreich sein, bei einem Schleudertrauma wird Arnica empfohlen. Magnesium Phosphoricum und Kalium Carbonicum sollen bei Muskelkrämpfen und Muskelschwäche helfen. Da es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit gibt, werden homöopathische Arzneimittel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

 

Salben und Wickel

In der Faszien-Therapie können Salben und Wickel hilfreich sein, die Arnika, Beinwell, Johanniskraut, Kampfer, Franzbranntwein, Retterspitz oder Murmeltier-Öl enthalten. Diese natürlichen Heilmittel wirken abschwellend, schmerzlindernd und entspannen Muskulatur und Faszien. Die enthaltenen ätherischen Öle regen die Durchblutung an und hemmen Entzündungen. Bei der Anwendung der Wirkstoffe, zum Beispiel in Form einer Salbe, können die Faszien zusätzlich massiert werden. Das fördert die Regenerierung, indem sich die Faszien mit neuer Flüssigkeit füllen und revitalisieren können. Auch Wickel, Packungen oder Umschläge mit warmem Rizinusöl können helfen, da sie schmerzlindernd und entspannend wirken. Dadurch wird der betreffende Bereich wieder besser durchblutet, Entzündungen verringert und der Stoffwechsel angeregt.

 

Schröpfen

SchröpfenDa Faszien auf Zug- und Druckbewegungen reagieren, ist auch Schröpfen eine Möglichkeit der Behandlung von Faszien-Beschwerden. Hierbei wird die entsprechende Körperstelle eingeölt, daraufhin wird ein Schröpfglas auf die Haut aufgelegt. Durch den Unterdruck wird das Gewebe einem Zug ausgesetzt, der es in dem Schröpfglas nach oben zieht. Diese Stimulation bewirkt eine Reaktion des Gewebes an der entsprechenden Stelle: Die Durchblutung wird angeregt, Stoffwechselprozesse in Gang gesetzt.

 

So kann Schröpfen bei der Lösung von verklebten Faszien unterstützend wirken. Heilpraktiker bieten die Behandlung beispielsweise bei Rheuma, Rückenschmerzen und Verspannungen an. Da es keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung gibt, wird die Therapie allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlt.

 

Hydrotherapie und Kneipp-Bäder

Die Hydrotherapie ist ein Naturheilverfahren, bei denen unterschiedlich temperiertes Wasser zum Einsatz kommt. Mögliche Anwendungen sind Wechselduschen, Auflagen, Wickel, Güsse, Wassertreten, Teil- und Vollbäder. Auch Sauna-Anwendungen mit anschließender Nutzung des Tauchbeckens gehören dazu. Der abwechselnde Reiz von Kälte und Wärme stimuliert nachweislich die Durchblutung und regt das Gewebe an. Dadurch wird auch der Stoffwechsel in den Faszien aktiviert, was die Regeneration und Revitalisierung fördern kann. So werden akute Symptome wie Schmerzen oder Verspannung gelindert.

Die von Sebastian Kneipp entwickelte Therapie enthält neben der Hydrotherapie noch eine gesunde Ernährung, Bewegung und die Anwendung bestimmter Heilpflanzen. Aktuelle Studien zeigen, dass die Kombination von Kälteanwendung und anschließender Bewegung sogar gegen Übergewicht helfen kann. Außerdem wird die Behandlung bei Kopfschmerzen, Rheuma, Durchblutungsstörungen, Degenerationen von Wirbelsäule und Gelenken oder bei Erschöpfung eingesetzt. Werden Hydro- oder Kneipptherapien als Vorsorge- oder Reha-Kuren vom Arzt verordnet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten. Viele der Anwendungen wie Wechselduschen lassen sich auch zu Hause durchführen.

Faszien – Pharmazie

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016

Schmerzen in Kopf, Rücken und Gelenken können unterschiedliche Ursachen haben. Akute Zerrungen, Schleudertraumata, Hexenschuss oder Bandscheibenvorfälle brauchen oft Zeit zum Heilen. In dieser Zeit können Schmerzmittel helfen. Auch die Therapie von Arthrosen, Rheuma oder Skoliose beinhaltet eine Behandlung der Schmerzen. Eine Ursache, die erst in den letzten Jahren in den Fokus gerückt ist, sind Spannungen durch unbewegliche Faszien. Diese können zwar durch Schmerzmittel nicht beseitigt werden, aber durch die Linderung der Beschwerden ist oft erst eine Therapie möglich. Je nach Indikation kommen in der Praxis unterschiedliche Medikamente und Arzneiformen zum Einsatz, wie man an nachfolgenden Beispielen sehen wird.

 

Ibuprofen

Der Wirkstoff Ibuprofen gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika und wird zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt. Die Wirkung beruht auf der Hemmung von Enzymen (Cyclooxygenasen), welche die Entzündungsreaktion im gesamten Körper steuern. Da es gleichzeitig die Magensäureproduktion steuert, sind die häufigsten Nebenwirkungen Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfall. Ibuprofen kann als Tablette, als Creme, als Zäpfchen oder intravenös verabreicht werden. Die Anwendungsgebiete reichen von Rheuma, Muskelschmerzen, Gicht und Kopfschmerzen bis zu Bauch- und Zahnschmerzen. Der Wirkstoff ist ohne Rezept in Apotheken erhältlich.

 

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure gehört ebenfalls zu den nichtsteroidalen Antirheumatika. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Markennamen Aspirin auf den Markt gebracht und ist eines der ältesten Medikamente, die heute noch verkauft werden. Das Mittel wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend, fiebersenkend und hemmt die Verklumpung von Blutplättchen. Dabei beeinflusst es ähnliche Enzyme wie Ibuprofen und kann deshalb auch zu Übelkeit, Sodbrennen und Erbrechen führen. Acetylsalicylsäure wird meist als Pille eingenommen, kann aber auch als Brausetablette oder als Infusion verabreicht werden. Neben der Behandlung von Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber bei grippalen Infekten wird das Medikament auch zur Vorbeugung von Schlaganfällen und Herzinfarkten verwendet. Auch Acetylsalicylsäure ist in Apotheken frei verkäuflich.

 

Diclofenac

Diclofenac ist ein Nichtopioid-Analgetikum. Der Name weist darauf hin, dass das schmerzstillende Arzneimittel (Analgetikum) kein Verwandter der Opiate ist. Das Medikament wirkt gegen Schmerzen und Entzündungen, unter anderem bei Zerrungen, Prellungen und Arthrose. Gelenkentzündungen, Gicht und  Rheuma  sind weitere Einsatzgebiete. Auch hier beruht die Wirkung auf der Hemmung von Cyclooxygenasen, die für Entzündungsreaktionen im Körper verantwortlich sind. Deshalb sind die häufigsten Nebenwirkungen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Diclofenac wird meist als Gel auf die Haut aufgetragen, es gibt aber auch Tabletten, Tropfen, Injektionen und Zäpfchen. Das Mittel kann ohne Rezept in der Apotheke erworben werden.

 

Morphin

Morphin ist ein Opioid, ein Stoff, der im Schlafmohn vorkommt. Das Medikament ist gegen starke bis stärkste Schmerzen zugelassen, wirkt aber im Gegensatz zu den bereits genannten Mitteln nicht gegen Schmerzen oder Fieber. Morphin wird meist bei extrem schmerzhaften Beschwerden wie fortgeschrittenen Arthrosen oder schweren Bandscheibenvorfällen eingesetzt, die mit anderen Mitteln nicht mehr gelindert werden können. Das Mittel kann in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen werden, wirkt aber intravenös am schnellsten. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Euphorie, Übelkeit, Schwitzen oder Verstopfung. Opioide sind wirksame Schmerzmittel, aber sie können bei langfristiger Einnahme ihre Wirkung verlieren und beim Absetzen Entzugserscheinungen hervorrufen. Daher muss die Therapie sorgfältig von Ärzten überwacht werden. Morphin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist deshalb  nicht frei verkäuflich.

 

Kortison

Cortisol ist eigentlich ein Stresshormon im Körper. Es beeinflusst den Stoffwechsel und dämpft das Immunsystem. Daher werden Medikamente, welche die Wirkung von Cortisol imitieren, umgangssprachlich als Kortison bezeichnet. Sie werden unter anderem bei Entzündungen in Muskeln und Gelenken eingesetzt, beispielsweise bei Rheuma, Sehnenentzündungen, Frozen Shoulder oder Gicht. Die Mittel gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen, als Tabletten, Salben, Zäpfchen, Nasensprays oder als Flüssigkeit zum Spritzen.

 

Da Kortison wie ein Stresshormon wirkt, führt es im Körper zu den gleichen Effekten: Erhöhung von Blutdruck, Blutzuckerspiegel und Blutfettwerten. Bei längerer Einnahme kann es zu Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen im Gewebe, erhöhter Infektanfälligkeit und Osteoporose kommen. Studien haben gezeigt, dass große Mengen Kortison nur über begrenzte Zeit eingesetzt werden sollen. In der Langzeitbehandlung werden daher nur geringe Dosen verabreicht. Je nach Konzentration kann man Kortisonsalben auch ohne Rezept in Apotheken kaufen, höher dosierte Präparate sind nur auf Verschreibung des Arztes erhältlich.

Faszien – Rehabilitationsmedizin

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016

Um nach Unfällen, Verletzungen oder Operationen den Körper und seine Funktionen wiederherzustellen, gibt es verschiedene rehabilitative Maßnahmen. Auch in der Rehabilitationsmedizin ist eine gezielte Faszientherapie wichtig, um Bewegungs- und Funktionseinschränkungen zu behandeln und den körperlichen Zustand zu verbessern.

 

Physiotherapie

Früher hieß die Physiotherapie Krankengymnastik. Durch sie sollen die Beweglichkeit und die natürlichen Funktionen des Körpers erhalten, verbessert oder wiederhergestellt werden. Mit speziellen Übungen sollen außerdem die Koordinationsfähigkeit gefördert und die Wahrnehmung des eigenen Körpers gestärkt werden. Die Behandlung wird von einem Physiotherapeuten durchgeführt und aktiviert meist automatisch die Faszien. Es werden neben der Nachbehandlung von Operationen, Schlaganfällen oder Unfällen auch Haltungsschäden, fehlerhafte Bewegungsmuster aus dem Alltag, Schwächen in der Rumpfmuskulatur oder Bandscheibenvorfälle behandelt.

manuellFaszien sprechen gut auf langsames Dehnen und manuellen Druck an. Neben Dehnübungen können deshalb auch therapeutische Massagen in der Physiotherapie dabei helfen, Verklebungen zu lösen und die Faszien zu regenerieren. Dabei wird während verschiedener Bewegungen gezielt Druck auf das Gewebe ausgeübt. Unter diesem Druck löst sich das Gewebe langsam, wird wieder stärker durchblutet und beweglicher. Besonders effektiv sind hier langsame, tiefe Drucktechniken, um auch die tiefliegenden Faszien zu stimulieren. Die vom Arzt verordnete Physiotherapie wird bis auf den gesetzlich vorgesehenen Eigenanteil von den Krankenkassen übernommen.

 

Manuelle Medizin: Chirotherapie

Die Chirotherapie gehört zu den manuellen Therapien, bei denen Erkrankungen lediglich mit den Händen behandelt werden. Sie dient zur Behandlung von Störungen des Bewegungsapparates. Diese Therapieform basiert auf der Annahme, dass körperliche Beschwerden durch Blockaden oder Fehlstellungen im Bewegungsapparat ausgelöst werden. Ziel ist es daher, die normale Beweglichkeit von Gelenken wiederherzustellen. Eine große Rolle spielen hierbei der Rücken und die Wirbelsäule – Blockaden von Gelenken, Muskeln und Faszien stehen bei der Therapie im Mittelpunkt. Daher wird die Chirotherapie beispielsweise bei Rücken- und Schulterbeschwerden, Schmerzen im Lenden- und Brustbereich oder bei Nacken- und Kopfschmerzen eingesetzt.

Der Therapeut löst die sogenannten Irritationspunkte durch mobilisierende und manipulative Behandlungen. Bei der mobilisierenden Behandlung geschieht dies über sanfte, wiederholte Dehnung der blockierten Bereiche. Bei der manipulativen Behandlung wird über eine schnelle, kurze Bewegung ein Impuls gesetzt, der durch den gezielten Reiz Blockaden an diesem Punkt lösen soll. Ein Chirotherapeut muss sich gut mit dem Bau der Wirbelsäule auskennen, um die richtigen Punkte zu treffen und keine neuen Blockaden zu erzeugen. Wird die Behandlung von einem Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung ausgeführt, übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten.

 

Narbenbehandlung

Durch Unfälle, Verletzungen und Operationen werden auch die Faszien geschädigt. Wird Gewebe durchtrennt, durchläuft es mehrere Phasen bis zur Heilung: Zuerst wird die Blutung gestillt, darauf folgt eine Phase der Entzündung, in der das beschädigte Gewebe beseitigt und eingedrungene Keime bekämpft werden. In der Proliferationsphase wird neues Gewebe aufgebaut. Schließlich folgt die reparative Phase, die dazu dient, das neue Gewebe auszurichten, wodurch es schließlich zur Narbenbildung kommt.

Bei der Neubildung des Gewebes formen sich die Faszien relativ ungeordnet, was durch die reparative Phase ausgeglichen werden soll. Dieser Prozess ist allerdings anfällig für Störungen, denn er vollzieht sich über lange Zeiträume von mehreren Monaten. Eine Fehlbelastung, zum Beispiel aufgrund von Schmerzen, kann die Rehabilitation der Faszien im Narbengewebe negativ beeinflussen. So können Narben und Verwachsungen zu Spannungen im Gewebe führen und verfilzte Faszien zur Folge haben, die längerfristig neue Beschwerden auslösen können.

Eine manuelle Therapie des Narbengewebes kann dazu beitragen, dass die Faszien sich wieder neu strukturieren und so die Beschwerden verschwinden. Da Narbengewebe enorm fest und widerstandsfähig ist, sind wiederholte Übungen und langsame Bewegungen notwendig, um die Spannungen zu lösen. Eine Möglichkeit ist hier die manuelle Narbentherapie (MNT) im Zuge einer Physiotherapie.

Faszien – Sportwissenschaft, Selbstmassage und Faszientraining

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016

In der Sportwissenschaft liegt der Schwerpunkt traditionell auf Muskel- und Cardio-Training, doch auch hier hält das Wissen um Faszien mittlerweile Einzug in den Trainingsplan. Gezieltes Faszientraining dient dazu, das Bindegewebe zu aktivieren und zu dehnen, um Rissen an Sehnen, Bändern und Muskeln vorzubeugen. Elastische Faszien verhindern schmerzhafte Verletzungen und führen zu mehr Beweglichkeit. Außerdem können gesunde Faszien kinetische Energie speichern, welche die Muskelkraft unterstützt. Bereits verklebte Faszien können durch das richtige Training wieder gelöst werden.

 

Faszientraining

Zwar wird bei jeder Muskelübung auch das umgebende Bindegewebe aktiviert, doch dieses Training stimuliert die Faszien meist unspezifisch. Dagegen kann ein spezielles Faszientraining die Fähigkeit zur Energiespeicherung erhöhen und damit positive Effekte auf die Leistung im Kraft- und Fitnesstraining haben. Die richtigen Belastungsübungen können bei regelmäßiger Anwendung zu einer Restrukturierung der Faszien führen, sodass die Struktur der Kollagenfasern wieder der eines Jugendlichen entspricht. Faszientraining fördert so kräftige und gleichzeitig elastische Faszien.

 

Je nachdem, welche Faszien trainiert werden, werden unterschiedlich starke Belastungen empfohlen. Beim Training der intramuskulären Faszien genügen wesentlich geringere Kräfte als beim Trainieren der Sehnen. Hier sollte das Training die Anforderungen, die bei alltäglichen Aktivitäten auftreten, deutlich übersteigen.

 

Ein Beispiel für gezieltes Faszientraining ist das Laufen mit weniger gepolsterten Schuhen oder das Barfußlaufen. Im Gegensatz zu konventionellen Laufschuhen werden dabei die Faszien im Fuß und im Unterschenkel so stimuliert, dass sie sich allmählich erneuern und ihre Elastizität zurückgewinnen. Da sich diese Regenerationsprozesse relativ langsam vollziehen, sollte der Übergang allerdings schrittweise erfolgen.

 

Wichtig ist auch, wie oft trainiert wird: Studien haben gezeigt, dass in den ersten Stunden nach dem Training in den Faszien vermehrt Kollagen gebildet wird. Paradoxerweise erhöht sich gleichzeitig auch der Abbau dieses Faszien-Baustoffs und übersteigt in den ersten eineinhalb Tagen nach dem Training sogar die Neubildung. Um eine optimale Erneuerung der Kollagenfasern zu erreichen, lautet die Empfehlung für Faszientraining daher zwei- bis dreimal pro Woche.

https://youtu.be/STq3aE05CYQ

 

Aufwärmen

Herkömmliche Dehnübungen wie beim Aufwärmen vor dem Sport sollen die Bewegungsspanne vergrößern und so Verletzungen vorbeugen. Richtig aufgewärmt sind Faszien und damit die Muskulatur beweglicher. Statt der klassischen Dehnung eines bestimmten Muskels sollen beim Faszientraining möglichst lange myofasziale Ketten (Muskel-Faszien-Ketten) gedehnt werden, wie zum Beispiel die gesamte Körperrückseite. Wichtig ist, dass die Faszien beim Aufwärmen nicht überstrapaziert werden, sonst drohen Zerrungen oder schwerwiegendere Verletzungen. Faszien verändern sich zwar weit langsamer als Muskeln oder Ausdauer, dafür aber nachhaltiger.

 

Gerätetraining

Trainingsgeräte für Faszientraining können zum Beispiel ein Tennisball, eine Wasserflasche oder eine spezielle Faszienrolle sein. Beim Training mit diesen Geräten werden die Faszien so stimuliert, dass die Gewebeflüssigkeit durch den Druck herausgepresst wird und bei der Entlastung wieder neu einfließt. Durch diese Stimulation wird innerhalb der Faszien der Stoffwechsel angeregt und die Flüssigkeit ausgetauscht, wodurch sie geschmeidiger werden. So sollen erste Verhärtungen gelöst werden.

 

Eigenmassage

Die Eigenmassage mit speziellen Faszientrainingsgeräten wird auch Self Myofascial Release (SMR) genannt. Dabei rollt man mit dem Körper über eine Faszienrolle oder einen Faszienball, entweder auf dem Boden oder gegen eine Wand. Man sollte mehrmals langsam über die verschiedenen Muskelpartien rollen und bei schmerzhaften Punkten, den sogenannten Triggerpunkten, länger verweilen. Durch den Druck stimuliert die Rolle beziehungsweise der Ball die Faszien wie bei einer Massage. So werden die Durchblutung und der Stoffwechsel gesteigert. Es lassen sich verschiedene Partien ausrollen, zum Beispiel die Faszien der Arme, der Beine oder des Rückens.

 

Die Geräte zur Eigenmassage bestehen aus Schaumstoff und haben unterschiedliche Härtegrade. Anfänger sollten die weichere Ausführung wählen, da die Eigenmassage bei verklebten Faszien anfangs schmerzhaft sein kann. Um die Faszien langfristig zu regenerieren, sollte die Eigenmassage regelmäßig ausgeführt werden. Man kann die Eigenmassage vor dem Training anwenden, um die Elastizität der Faszien zu erhöhen und damit die Muskeln beweglicher zu machen. Nach dem Training kann die Eigenmassage dabei helfen, Muskelkater vorzubeugen und die Regeneration von überstrapaziertem Gewebe zu verbessern.

 

Stretching

Beim Faszien-Stretching wird das Gewebe durch verschiedene Übungen gelockert und gedehnt. Dadurch lassen sich verklebte Kollagenfasern wieder voneinander lösen, damit das Bindegewebe kräftiger und elastischer wird. Dabei gibt es neben langsamen Dehnübungen auch dynamische Stretching-Übungen. Zehn Minuten Stretching pro Trainingseinheit sind bei regelmäßiger Durchführung bereits ausreichend, um die Faszien langfristig zu verändern.

https://youtu.be/lJRp9aayjzc

 

 Yoga

Es gibt verschiedene Formen von Yoga, darunter auch ein speziell auf Faszien ausgerichtetes Training. Beim Faszien-Yoga spielt neben Flexibilität und Dehnung auch Bewegung eine wichtige Rolle. Hier werden die klassischen Übungen variiert und der Körper in verschiedene Richtungen gedehnt. Die Bewegungen sind dabei fließend und man verharrt meist weniger lang in einer Position als üblich. Grundsätzlich trainiert man mit Yoga automatisch auch die Faszien, egal, welche Form praktiziert wird.

 

Eine Gemeinsamkeit aller Yoga-Arten ist, dass barfuß trainiert wird. So wird auch die Faszie in der Fußsohle stimuliert und gedehnt, welche sonst oft durch das Tragen von Schuhen blockiert ist. Da von der Fußsohle aus eine Faszie über die Beinrückseite und den gesamten Rücken bis zu den Augen verläuft, können über die Füße Verspannungen im ganzen Körper entstehen. Sie können sich durch regelmäßiges Praktizieren bestimmter Asanas, so nennt man Yoga-Übungen, Spannungen lösen und die Faszien wieder geschmeidig machen lassen.

 

Pilates

Ähnlich wie bei Yoga werden auch mit Pilates die Faszien automatisch trainiert. Spezielles Faszien-Pilates dehnt und kräftigt die Faszien mit dynamischen Übungen – darunter hüpfend-federnde Bewegungen, verschiedene Arten von Streck- und Dehnübungen und Übungen mit Kleingeräten wie Faszienbällen oder -rollen. So wird das Gewebe durch Faszien-Pilates stimuliert, der Stoffwechsel angeregt und Verklebungen können gelöst werden.

 

Tai Chi und Qi Gong

Tai Chi und Qi Gong sind chinesische Bewegungslehren, die Elemente aus Kampfkunst und Meditation vereinen. Zur Praxis gehören Atem-, Konzentrations- und Bewegungsübungen. Ziel ist die Entspannung und Harmonisierung von Körper und Geist durch die achtsame Ausführung der Bewegungen und die entsprechende Atemtechnik.

 

Es gibt spezielle Tai Chi- und Qi Gong-Übungen, die auf die Kräftigung der Faszien ausgelegt sind. Sie können Verklebungen lösen, indem sie wie Yoga und Pilates den Stoffwechsel in den Faszien anregen. Außerdem trainieren Tai-Chi und Qi Gong die gezielte Entspannung der Faszien, was vorbeugend und regenerierend wirken kann.

 

Gesunde Faszien sind nicht nur elastisch, sie können auch Energie speichern und wieder freisetzen. So steigern sie die Kraft von Bewegungen, was gerade in der Kampfkunst eine effektive Möglichkeit ist, die eingesetzte Energie des Gegners zu reflektieren. Das sogenannte Qi, die innere Kraft, die mit Tai Chi und Qi Gong trainiert wird, könnte demnach auf den Eigenschaften der Faszien beruhen.

 

Feldenkrais

Feldenkrais ist eine Methode, welche die Selbstwahrnehmung durch Körperbewegungen stärken soll. Es gibt dabei verschiedene Techniken, die Schmerzen reduzieren und den Körper elastischer machen sollen. Die Methode basiert unter anderem auf der japanischen Kampfsportart Judo und kann auch zur Rehabilitation nach Verletzungen eingesetzt werden. Die bewusste Wahrnehmung der Bewegungen steht dabei im Vordergrund. Wie bei Yoga, Pilates, Tai Chi und Qi Gong sollen die Faszien durch die Bewegungsabläufe stimuliert und gekräftigt werden und sich regenerieren können.

Faszien – Orthopädie

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 16.02.2016

Faszien können der Grund für zahlreiche Beschwerden sein, darunter Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen. Da sich Faszien ähnlich wie Muskeln zusammenziehen und entspannen können, kann man sie mit den unterschiedlichsten Methoden behandeln. In der Orthopädie gibt es zahlreiche traditionelle und alternative Therapiemöglichkeiten, um Faszien zu lockern oder zu unterstützen.

 

Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe sollen den Rücktransport des Blutes von den Beinen zum Herzen erleichtern. Sie üben Druck auf die Venen aus und sorgen dafür, dass sie zusammengepresst werden. Durch den höheren Druck können so auch schwache Venen das Blut zuverlässig zurück zum Herzen pumpen. So verhindern Kompressionsstrümpfe, dass sich Flüssigkeit in das Gewebe einlagern kann und die Beine anschwellen.

Sie unterstützen somit die Stabilität des Gewebes und damit die Faszien: Wenn diese aufgrund erhöhter Flüssigkeitsansammlung in den Beinen überlastet sind, können sich Mikrorisse bilden. Hier kann der Strumpf zur Regeneration der Faszien beitragen, indem er durch die Kompression des Gewebes ihre Funktion teilweise übernimmt. Durch diese Entlastung können überdehnte Faszien sich wieder regenerieren.

 

Orthopädische Schuheinlagen

Viele Menschen leiden an Fußschmerzen – besonders Beschwerden in der Fersenregion sind weit verbreitet. Bei der plantaren Fasziitis entzündet sich die Faszie an der Stelle, an der sie am Knochen der Fußsohle ansetzt. Das kann durch Überlastung, eine Fehlstellung oder altersbedingt durch verminderte Elastizität ausgelöst werden. Dabei wird der Ansatz der Faszie am Knochen so stark belastet, dass sie sich entzünden oder sogar einreißen kann.

Um die Faszie zu entlasten, können orthopädische Schuheinlagen helfen. Sie reduzieren den Druck auf die Ferse und übernehmen durch ihre dämpfende Wirkung einen Teil der Faszien-Funktionen. Außerdem kann die Stellung des Fußes mit orthopädischen Schuheinlagen korrigiert werden, was die Spannung auf die Faszien reduziert. So wird das Gewebe entlastet und kann sich dauerhaft regenerieren.

Darüber hinaus gibt es neben den konventionellen orthopädischen Einlagen auch sensomotorische. Während die konventionellen Einlagen das Fußskelett stützen, so dass es wieder seine optimale Form bekommt, ist es jedoch lediglich eine passive Unterstützung. Ohne die passiven Einlagen fällt das Fußgewölbe wieder in die ursprüngliche Fehlstellung zurück. Bei sensomotorischen Einlagen wirkt jedoch zusätzlich die Stimulation von Triggerpunkten.

https://youtu.be/tPgjf7loY6g

 

Injektionen

Im Kampf gegen Schmerzen können Injektionen manchmal die einzige Möglichkeit zur Linderung sein, wenn andere Methoden keine Wirkung zeigen. Gerade bei Beschwerden im Rückenbereich, im Nacken oder an den Schultern können verklebte Faszien der Grund für diese Schmerzen sein. Aufgrund von Fehlhaltungen oder Verspannungen kann das Gewebe sich verfilzen und schmerzhafte Entzündungen hervorrufen. Da Faszien zahlreiche Schmerzrezeptoren enthalten, kann dies Beschwerden verursachen, die auf den ersten Blick nicht erklärbar sind.

Oft sind solche Schmerzen resistent gegenüber anderen Behandlungsmethoden. Um die verklebten Faszien ausfindig zu machen, kann eine Ultraschallaufnahme helfen. Die lokalen Betäubungsmittel können dann direkt in die betroffenen Stellen injiziert werden. Je nach Befund können auch andere Wirkstoffe wie Mikronährstoffe oder Neurotoxine wie Botox in die Faszien gespritzt werden. Durch die Injektionen können sich die Verspannungen lockern und die Schmerzen gelindert werden.

Eine andere Therapiemöglichkeit sind Injektionen, die direkt in die Ansatzstellen von Faszien am Wirbel appliziert werden. Die enthaltenen Wirkstoffe setzen sich zusammen aus Betäubungsmitteln und einem Reizmittel. Dies soll eine geplante Entzündung im Gewebe hervorrufen, um so die natürlichen Heilungsprozesse anzuregen. Diese Methode wird Proliferationstherapie genannt und vor allem bei chronischen Rückenschmerzen angewendet.

Eine weitere Möglichkeit ist die Neuraltherapie, auch Quaddeln genannt. Hier wird davon ausgegangen, dass Schmerzen durch sogenannte Störfelder verursacht werden, die chronische Entzündungen verursachen. Durch die mehrfache Injektion von Betäubungsmitteln in die Störfelder sollen die Beschwerden beseitigt werden. Die Spritzen werden dabei in eine bestimmte Zone injiziert: Abhängig vom Ort des Schmerzes sind bestimmte Nerven für dessen Weiterleitung zum Gehirn zuständig. Um die Weiterleitung und damit den Schmerz zu dämpfen, werden mehrere Applikationen in diese Zone gespritzt. Die Applikation der Wirkstoffe in die Faszien können Schmerzrezeptoren beruhigen oder blocken, die dort starke Beschwerden auslösen.

Es ist auch möglich, die Spritzen an die betroffenen Gelenke, Muskelansätze, Knochen oder Gefäße zu setzen, um die gewünschte Wirkung auf das Nervensystem zu erreichen. Führt dies nicht zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit, können auch Wirkstoffe in die tiefer liegenden Ganglien gespritzt werden. Diese Nervenknoten befinden sich außerhalb des Wirbelkanals im sogenannten Grenzstrang.

 

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Neben der Behandlung von Harnleiter- und Nierensteinen kann die extrakorporale Stoßwellentherapie auch Schmerzen bei Muskel- und Sehnenerkrankungen lindern. Die Stoßwellen, die dabei in den Körper eindringen, verursachen bestimmte Schwingungen. Werden diese gebündelt und treffen auf Festkörper wie einen Nierenstein, nimmt dieser einen Teil der Energie auf und reflektiert die Schwingungen. Dadurch entstehen Kräfte, die den Festkörper zertrümmern.

Dieser Mechanismus der fokussierten ESWT funktioniert nicht nur bei Nieren- und Harnleitersteinen, sondern auch bei verkalkten Sehnenansätzen. Bei der radialen ESWT dringen die Wellen nahe der Körperoberfläche in den Körper ein und wirken dort ähnlich wie eine Massage auf die Muskeln und Faszien. Hier können sie muskuläre Verspannungen und verfilzte Faszien lösen. Wissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass die Stoßwellen die Freisetzung von Botenstoffen und die Aktivierung von Nervenzellen verursachen, welche körpereigene Reparaturprozesse anstoßen.

https://youtu.be/C92ThiGGp9c

 

Tiefenlasertherapie

Tiefenlaser sind gebündelte Lichtstrahlen, die in Zellen verschiedene Stoffwechselvorgänge aktivieren können – nicht zu verwechseln mit den Lasern in Augenheilkunde oder Chirurgie. Die Laserstrahlen dringen durch die Haut in den Körper, ohne dabei Verletzungen oder Schmerzen zu verursachen. Bei der Tiefenlasertherapie können tief liegende Gewebeschichten wie Faszien stimuliert werden. Ähnlich wie bei der Akupunktur stoßen die gebündelten Lichtstrahlen auf einen bestimmten Punkt, was zu einer Reaktion des Gewebes auf den Reiz führt.

Bei der Lasertherapie kommen zwei verschiedene Wellenlängen zum Einsatz: Eine Wellenlänge, die näher an der Körperoberfläche absorbiert wird und durch ihre wärmenden Effekte schmerzlindernd wirkt. Eine zweite Wellenlänge, die tiefer ins Gewebe eindringt und dort den Stoffwechsel anregt sowie die Zellregeneration beschleunigt. Das kann gerade bei verklebten Faszien helfen, das Gewebe zu regenerieren.

 

Faszien – Chirurgie

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 16.02.2016

Faszien umhüllen Muskeln, Organe, Gefäße und Nerven – kurz, sie durchziehen den gesamten Körper. Chirurgen sehen und arbeiten deshalb am häufigsten mit Fasziengewebe, schließlich kommt es fast jedes Mal zum Vorschein, wenn sie eine Operation durchführen. Auch in der Chirurgie gibt es verschiedene Behandlungsmethoden für die Faszien-Therapie, zum Beispiel die Transplantation von Faszien oder Operationen von krankhaften Veränderungen der Faszien.

 

Faszien-Operationen

Wenn Faszien der Grund für extreme Schmerzen oder sogar Lähmungserscheinungen sind, kann eine Operation nötig sein. So zum Beispiel beim Kompartment-Syndrom, wenn der Druck in einem Muskel so stark ansteigt, dass er nicht mehr ausreichend durchblutet werden kann. Da die Faszien den Muskel daran hindern, sich zu weit auszudehnen, können hier Blutgefäße und Nerven zerquetscht werden. Dann kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, bei dem die Faszien durchtrennt werden, genannt Fasziotomie. Beim Kompartment-Syndrom müssen die Faszien manchmal über mehrere Tage getrennt bleiben, bis der Muskel vollständig abgeheilt ist. Danach muss der Schnitt ggf. mit einem Hauttransplantat verschlossen werden.

In anderen Fällen müssen Faszien durchtrennt oder entfernt werden, weil sie sehr stark verklebt oder entzündet sind. Fasziale Verdickungen, die Schmerzen verursachen, können so chirugisch gelöst werden, wie zum Beispiel beim Karpaltunnelsyndrom. Hier wird das Fasziengewebe des Karpalbands komplett durchtrennt, damit es sich regenerieren kann. Bei einem Fersensporn kann ein Einschnitt in die Faszie den Nerv entlasten und damit zum Rückgang der Entzündung führen. Bei schmerzhaften Faszienverengungen um einen Nerv kann der Chirurg die Verdickung mit einem stumpfen Spezialinstrument lösen oder mit einer Schere durchtrennen.

Bei der vollständigen Entfernung der Faszien wird das irreparable Gewebe abgetrennt, sodass Nerven und Muskeln danach teilweise ungeschützt im Körper liegen. Bis sich das Fasziengewebe neu gebildet hat, müssen die entsprechenden Bereiche geschont werden. Diese Methode wird gewählt, wenn die Faszien auf andere Therapien nicht mehr ansprechen. Je nachdem, welche Operation nötig ist, dauert die Heilung unterschiedlich lang.

https://youtu.be/w4AqlO2IKpw

 

Perkutane Myofasziotomie

Die perkutane Myofasziotomie wird angewendet, um Muskelverkürzungen zu behandeln, die infolge von permanent erhöhter Muskelspannung entstanden sind. Dies betrifft zum Beispiel Kinder, die eine Hirnschädigung erlitten haben und infolgedessen unter Spastiken leiden. Die permanent erhöhte Muskelspannung führt dazu, dass sich die Struktur der Muskeln verändert – die Muskelmasse nimmt ab und die Muskeln verkürzen sich. Das führt zu Verspannungen und Schmerzen in den Muskeln und im umgebenden Fasziengewebe.

Bei der perkutanen Myofasziotomie mit der Ulzibat-Methode erfolgen 2-4mm lange Einstiche in die verkürzten Muskeln und Faszien. Dabei wird ein Spezialinstrument durch die Haut und das Unterhautfettgewebe geführt und das verkürzte Gewebe von Muskeln und Faszien leicht angeritzt. Es handelt sich dabei um einen minimal-invasiven Eingriff, der zu einer Reduktion der Schmerzen führt und die Bewegungsmöglichkeit der Muskeln verbessert.

Tennisarm – Epicondylitis

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 31.01.2016

Der Tennisarm (auch Tennisellbogen, med. Epicondylitis) ist eine überlastungsbedingte Reizung bzw. Entzündung des Sehnenansatzes (Ansatztendinose) der langen Hand-und Fingerstreckmuskeln an der Außenseite des Ellbogens.

Die Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens werden dabei am häufigsten durch eine Entzündung des kurzen radialen Handstreckers und am zweithäufigsten durch die Gruppe der Fingerbeuger verursacht.

 

Mögliche Symptome

  • Druckschmerzen am äußeren Ellbogenknochen
  • Meist strahlen die Schmerzen im Ellbogen über die Außenseite (Streckseite) bis in die Hand aus;
    Schmerzen beim Ballen der Faust und beim Händedrücken
  • Zusätzlich Schmerzen bei Drehungen des Unterarms, beim Strecken des Handgelenks;
    Schmerzen beim Heben von Gegenständen
  • Eventuell auch zunehmende Schmerzen bei passiver Beugung von Handgelenk und Fingern;
    Kraftlosigkeit des betroffenen Arms
  • Schmerz setzt plötzlich ein, z. B. nach Überlastung

 

Ursache

Vor allem nach monotoner Belastung (wie Schrauben, Hämmern, Bügeln, Stricken, Kofferziehen, PC-Arbeit) oder durch falsche Spieltechnik (z. B. falsche Belastung beim Aufschlag im Rahmen des Tennis- oder Golfspielens). Wiederholte Überbeanspruchungen und geringfügige Verletzungen führen zur Entzündung in den Faszien und degenerativen Veränderung des Muskelsehnenansatzes am Knochen (Ansatztendinose). Da dieser Bereich schlecht durchblutet wird, können unbehandelte Beschwerden leicht chronisch werden.

 

Therapie

Konservative Maßnahmen sind in der akuten Entzündungsphase meist die Ruhigstellung und Kühlung des betroffenen Armes.

In der Akutphase setzt man meist auf

  • lokale Kälte- und Wärmeanwendung
  • Behandlung mit Ultraschall
  • Elektrotherapie
  • evtl. Tragen einer  Epikondylitisspange
  • bei starken Schmerzen setzt man Kortison-Injektionen zur Eindämmung der Entzündung in den Sehnenansatzbereich

Im chronischen Verlauf setzt man meist auf

  • Krankengymnastik, Physiotherapie, Osteopathie, Homöopathie, TCM
  • Wärmebandagen
  • Salbenverbände und Wickel (z.B. Arnika)
  • Ultraschall
  • evtl. Stosswellentherapie
  • Elektrotherapie
  • Akupunktur
  • Rotlichtlaser
  • Massage, Manuelle Therapie, Faszientechniken
  • erneut Kortisonspritzen, Traumeelspritzen
  • evtl. operative Behandlung bei ausbleibendem Erfolg der konservativen Therapie
  • Röntgenreizbestrahlung (Orthovolttherapie)

 

Entzündungs- und Röntgenreizbestrahlung

Die entzündungshemmende und dadurch schmerzlindernde Wirkung niedrig dosierter Strahlentherapie ist schon sehr lange bekannt.

Deswegen wird die sogenannte Entzündungs- oder Röntgenreizbestrahlung heute bei chron. reaktiven oder entzündlichen Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems wie Arthrosen, Tendinosen, Schleimbeutelentzündung(Bursitis) und auch bei proliferierenden gutartigen Wucherungen, zB. der endokrinen Orbitopathie oder Narbenkelloide, eingesetzt.

Bevorzugte Erkrankungen dieser Methode sind:

  • Tendinosen/Schleimbeutelentzündung (z.B. Tennisellenbogen, Impingement-Syndrom der Schulter, Trochantertendinose
  • Fersensporn
  • Arthrosen der großen Gelenke (z.B. Schulter, Hüfte, Knie) und der kleinen Gelenke (z.B. Rhizarthrose, Polyarthrose der Finger-/Hand-/Fußgelenke  sowie der großen Gelenke (z.B. Schulter, Hüfte, Knie)
  • proliferative (schnell wachsende) Erkrankungen des Bindegewebes: M. Dupuytren, M. Ledderhose, endokrine Orbitopathie, zur Prophylaxe von Narbenkelloiden oder zur Verkalkungsprophylaxe der Hüfte bei künstlichem Gelenkersatz

Die Röntgenreizbestrahlung wird meist in 6-8 schmerzfreien Anwendungen durchgeführt und dauer jeweils nur ca. 1 Minute.
Da zwei Termine pro Woche möglich sind, dauert die Gesamtbehandlungszeit meist etwa 3-4 Wochen.
Bis zur Beurteilung des Behandlungsergebnisses ist ein etwa zwei Monate langer Zeitraum üblich.
Bestehen danach noch immer Beschwerden, ist eine Wiederholung möglich.

https://youtu.be/LDDRBAgD2RM

 

Selbsthilfe
Diese Verhaltensweisen werden in vielen Fällen empfohlen

  • Schonung des Armes bzw. erst wieder Belastung, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind
  • Eine entlastende Stützbandage und Kinesiotape
  • Dehn- und Kräftigungsübungen (z.B. vom Physiotherapeuten, Gymnastiklehrer, Sportwissenschaftler…)
  • Ausreichende, mindestens 10-minütige Aufwärmübungen vor dem Belasten und Training
  • Nach einer Operation darf das Training erst nach acht bis zehn Wochen wieder aufgenommen werden

Tennisarm – Epicondylitis

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 31.01.2016

Der Tennisarm (auch Tennisellbogen, med. Epicondylitis) ist eine überlastungsbedingte Reizung bzw. Entzündung des Sehnenansatzes der langen Hand-und Fingerstreckmuskeln an der Außenseite des Ellbogens. Ist die Innenseite des Ellbogens betroffen, nennt man es Golferarm. Betroffen ist am häufigsten die Gruppe der 35- bis 50-Jährigen.
Das Krankheitsbild gehört zu den Enthesopathien, einem Überbegriff für entzündliche Erkrankungen der Faszien, Sehnen und Sehnenansätze am Knochen, der Schleimbeutel und Gelenkkaspeln.

 

Mögliche Symptome

  • Druckschmerzen am äußeren Ellbogenknochen
  • Zusätzlich Schmerzen bei Drehungen des Unterarms, beim Strecken des Handgelenks;
    Schmerzen beim Heben von Gegenständen
  • Meist strahlen die Schmerzen im Ellbogen über die Außenseite (Streckseite) bis in die Hand aus;
    Schmerzen beim Ballen der Faust und beim Händedrücken
  • Eventuell auch zunehmende Schmerzen bei passiver Beugung von Handgelenk und Fingern;
    Kraftlosigkeit des betroffenen Arms
  • Setzen plötzlich ein, z. B. nach Überlastung

 

Ursachen

Vor allem nach monotoner Belastung (wie Schrauben, Hämmern, Bügeln, Stricken, Kofferziehen, PC-Arbeit) oder durch falsche Spieltechnik (z. B. falsche Belastung beim Aufschlag im Rahmen des Tennis- oder Golfspielens). Wiederholte Überbeanspruchungen und geringfügige Verletzungen führen zur Entzündung in den Faszien und degenerativen Veränderung des Muskelsehnenansatzes am Knochen (Ansatztendinose).
Da dieser Bereich schlecht durchblutet wird, können unbehandelte Beschwerden leicht chronisch werden.

Faszienbedingte Haltungsabweichung – Osteopathie

Geschrieben von medinout Redaktion - REALFALL am 30.01.2016

Patient Männlich, elf Jahre alt. Anmerkung zu diesem Realfall:

Eine Haltungsabweichung bei Kindern im Alter zwischen 7 und 14 Jahren, z.B. infolge eines Wachstumsschubs, eines Traumas (z.B. Trampolin) oder einer Fehlbelastung (Schulranzen, Kinder-Rollerfahren), ist meiner Erfahrung nach recht häufig. Erfreulicherweise lässt sich diese Abweichung jedoch erfahrungsgemäß mit osteopatischen Techniken oft noch deutlich verbessern. Eine Haltungsabweichung ist nicht zwingend mit einer gesicherten Skoliose gleichzusetzen.


Tätigkeit

Schüler

Konsultationsgrund

Nackenschmerzen, bds., links stärker

Zeitraum

Schleichend, seit dem letzten Wachstumsschub vor ca. 6 Monaten

Symptome

  • Schmerzen im Nacken, tagsüber aber auch im Liegen
  • Kopfweh, vor allem nach der Schule
  • Schmerzen, auch nachts

Überweisender Arzt Orthopäde
Ausschlussdiagnostische Tests

  • Untersuchung der Schulter, ohne Befund!

 

 

Abschließende Anmerkung zu diesem Fall

Während die meisten ärztlichen und therapeutischen Fachrichtungen, wie hier z.B. im Falle des zuvor aufgesuchten Orthopäden, sich auf die Nackenschmerzen konzentrieren, bringen Osteopathen in unserer Analyse die Vorbeschwerden, Lebensumstände, Befunde von Kollegen, Bewegungseinschränkungen und die Symptomatik des Patienten in Verbindung zueinander, um die eigentlichen Zusammenhänge für die Beschwerden zu erkennen und zu behandeln. Oft sind auch mehrere Auslöser für die Beschwerden des Patienten verantwortlich; hier sind die Rangfolge und das Zusammenspiel der Dysfunktionen zu beachten.

Es ist sinnvoll und notwendig, dass zukünftig behandelnde Ärzte und Therapeuten auf Augenhöhe miteinander zusammenarbeiten, sich austauschen und von einander lernen.

medinout möchte genau dies realisieren.
Mach mit und erweitere diesen Realfall durch deine Erfahrungen, dein Fachwissen oder wertvolle Hinweise in Form eines Kommentars.
Lobe den Artikel, wenn er hilfreiche Informationen für dich enthält.

 

§ Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

 

Schulterschmerzen – Osteopathischer Realfall

Geschrieben von medinout Redaktion - REALFALL am 30.01.2016

Patient Männlich, ca. 48 Jahre alt. Anmerkung zu diesem Realfall:

Im vorliegenden Fall wurde von ärztlicher Seite nichts Krankhaftes in und an der Schulter gefunden, also weder klinische Zeichen noch Risikofaktoren (z.b. Röntgen, Blutbild u.a.). Der Patient litt aber dennoch an Schulterbeschwerden.

Aus Sicht der Osteopathie fiel mir hier jedoch die Vorerkrankung der Hepatitis in der Jugend auf. Diese Lebererkrankung wirkt sich bekannterweise oft auch noch Jahre später im Körper negativ aus und zwar auch symptomatisch in Form eines Muskelhartspann in der mittleren und unteren Lendenwirbelsäule. Zudem gibt es über die faszielle Aufhängung der Leber am Zwerchfell (Ligamentum falciforme hepatis, „sichelförmiges Leberband“) einen indirekten neurologischen Störbezug zur rechten Schulter. Einen weiteren Hinweis gab auch die verspannte Schulterblattmuskulatur rechts, da diese die neurologische Reflexzone für Leber/Galle ist. Da der Dickdarm und Blinddarm überdeutlich tastbar war und gleichzeitig erhöhtes Cholesterin und Blutdruck vorlag, ließ dies darauf schließen, dass das Adrenalinsystem (Sympatikus) in Folge von Stress überlastet war und damit das Verdauungssystem und die Leber latent belastet hat. Das Trauma durch einen Skiunfall zwei Monate zuvor, hatte zwar offensichtlich zu aktuellen Beschwerden geführt, jedoch war die Schulter danach in Folge der anderen Faktoren wohl nicht mehr in der Lage, diese aktivierten Schulterbeschwerden auszuheilen.

 

Patient
männlich, 48 Jahre

Beruf
Lehrer

Konsultationsgrund
Schulterschmerzen rechts

Zeitraum
Schleichender Beginn vor 2 Monaten


Symptome

  • Schmerzen in Bewegung
  • Punktschmerz beim Anheben des Armes
  • Schmerzen auch Nachts


Überweisender Arzt
Orthopäde
Ausschlussdiagnostische Tests

  • Röntgen der Schulter, ohne Befund
  • Blutanalyse, Cholesterin erhöht
  • Blutdruck leicht erhöht bei 140/90 mmHg
  • Bandscheibentest, zervikal und lumbal, ohne Befund

 
Abschließende Anmerkung zu diesem Fall

Während die meisten ärztlichen und therapeutischen Fachrichtungen, wie hier z.B. im Falle des zuvor aufgesuchten Orthopäden, sich auf die Schulterbeschwerde konzentrieren, bringen Osteopathen in unserer Analyse die Vorbeschwerden, Lebensumstände, Befunde von Kollegen, Bewegungseinschränkungen und die Symptomatik des Patienten in Verbindung zueinander, um die eigentlichen Zusammenhänge für die Beschwerden zu erkennen und zu behandeln. Oft sind auch mehrere Auslöser für die Beschwerden des Patienten verantwortlich, hier ist die die Rangfolge und das Zusammenspiel der Dysfunktionen zu beachten.

Es ist sinnvoll und notwendig, dass zukünftig behandelnde Ärzte und Therapeuten auf Augenhöhe miteinander zusammenarbeiten, sich austauschen und von einander lernen.

medinout möchte genau dies realisieren. Mach mit und erweitere diesen Realfall durch deine Erfahrungen, dein Fachwissen oder wertvolle Hinweise in Form eines Kommentars. Lobe den Artikel, wenn er hilfreiche Informationen für dich enthält.

 

§ Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Faszien – Strukturen, die Halt geben

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 27.01.2016

Faszien (lat. “fascis” = Bund, Bündel, Verbund) bezeichnen das Bindegewebe, das den gesamten Körper als umhüllendes, verbindendes Netzwerk durchdringt und uns Halt und Form gibt.
Sie bilden netzartige, kleine Schichten, Hüllen und Stränge aus faserigem Bindegewebe, die von immer größer werdenden Schichten eingepackt und miteinander verbunden sind. Sie umhüllen einzelne Muskelfasern genauso wie die ganzen Muskeln, Organe, Blutgefäße und Nerven. Die Gesundheit und die Spannungsverhältnisse in diesem Netzwerk sind entscheidend dafür, wie geschmeidig unsere Muskeln arbeiten, wie Knochen, Wirbel und auch Organe positioniert sind und wie unsere Gelenke belastet werden. Die Anteile des Bindegewebes, die z.B. in der Osteopathie und im Rolfing unter dem Themenkomplex “Faszien” zusammengefasst werden, lassen sich in folgende Teilgebiete gliedern:

  • Bindegewebe, welches Bänder, Sehnen und Kapselgewebe bildet
  • die Hüllen der Körperhöhlen, Peritoneum, Pleura und Perikard mit ihren Umschlagfalten, die je nach Lage und Aufgabe als Ligamente, Mesenterien und Omenta bezeichnet werden
  • die spinalen Membranen: Rückenmarkshäute
  • die im eigentlichen Sinne umhüllenden großen Körperfaszien (Oberflächenfaszien)

Diese Anteile

  • umhüllen und durchziehen alle Muskeln, Organe, Gefäße und Nerven (ZNS, PNS und VNS)
  • trennen Strukturen und gewähren ihre Gleitfähigkeit untereinander
  • verbinden Gewebe/Strukturen miteinander
  • bilden “Spalten” für Gefäße und Nerven, um diese zu begleiten und vor Scherabrissen zu schützen
  • bilden die Aufhängungen der Organe und sorgen für die optimal fixierte Organlage bei bestmöglicher Mobilität
  • stellen eine Einheit zwischen dem Parietalen, dem Viszeralen und dem Kraniosakralen her
  • geben dem Körper und all seinen Anteilen die Form, das Aussehen
  • schützen einen gesamten Verbund aus funktionsgleichen Zellen vor übergreifenden Infektionen und
  • können Spiegel unserer psychoemotionalen Gemütslage sein.

Einer der führenden Experten der aktuellen Faszien-Forschung ist der Körpertherapeut Dr. Robert Schleip.
Eines seiner aktuell viel beachteten Forschungsergebnisse ist, dass Faszien die Fähigkeit besitzen, sich unabhängig von Muskeln zu verspannen und zu lösen.
Erst in den letzten Jahren hat man erkannt, dass die Faszien auch ein Sinnesorgan sind. Dazu gehört die Eigenschaft, dass sie selbst Schmerz auslösen können – vermutlich viele Arten von Muskel- und Weichteil-Schmerzen. Ganz besonders interessant ist das zum Beispiel bei lumbalen Rückenschmerzen. Ein Großteil kommt hier nicht von den Bandscheiben, sondern neben Triggerpunkten höchstwahrscheinlich auch von den Faszien. Die Lendenfaszie ist sehr dicht mit freien Nervenendungen besiedelt, die auch Schmerz signalisieren können; dabei zeigt sie bei Rückenschmerzpatienten zahlreiche Zeichen von Einrissen, Narben und Entzündungsprozessen.
Faszien sind das wichtigste Organ für Propriozeption, das heißt die Wahrnehmung der eigenen Körperhaltung und Bewegung, die Körper-Innenwahrnehmung. Sogar in den oberflächennahen Faszien-Membranen gibt es eine dichtere Besiedelung mit pro-priozeptiven Nerven als in Muskelspindeln und Gelenkkapseln.

Die Bedeutung der Faszien wird in dem folgenden Video von Dr. Schleip anschaulich erklärt:

 

Rückenschmerzen

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 22.01.2016

Der Beschwerdekomplex Rückenschmerzen umfasst unabhängig von deren Ursachen alle Schmerzen im Bereich des Rückens. Dabei wird unterschieden zwischen:

 Unspezifischen Beschwerden:

  • Schmerzen der Halswirbelsäule, auch bezeichnet als Nackenschmerzen, Cervicalgie, Zervikalneuralgie oder “HWS-Syndrom” sowie Pannikulitis und Radikulopathie in der Nacken- und Rückenregion.
    Ausstrahlenden Schmerzen der HWS heißen Brachialgie oder Cervicobrachialgie.
  • Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, auch bezeichnet als unspezifische Rückenschmerzen,  Dorsalgie oder “BWS-Syndrom”.
  • Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, auch bezeichnet als Kreuzschmerzen, Lumbalgie/Lumbago oder “LWS-Syndrom”. Betroffen ist dabei der Bereich zwischen Rippenansatz und Hüfte.
    Ausstrahlende Schmerzen der LWS heißen Ischialgie oder Lumboischialgie. Die Ausstrahlung zieht dabei meist in das Gesäß, das Bein und auch in den vorderen Unterleib.
  • Plötzlich auftretende, stechende Schmerzen in der Lendenwirbelsäule werden als Hexenschuss bezeichnet, welche durch Reizung der sensiblen Innervation der Wirbelsäule ausgelöst werden, d. h. der Nerven, welche die Wirbelsäule selbst versorgen – also nicht durch Kompression der aus der Wirbelsäule austretenden Spinalnerven, die den übrigen Körper versorgen.

 Spezifischen Beschwerden:

  • Spondylarthrose, auch bezeichnet als degeneratives (verschleißbedingtes) Facettensyndrom
  • Spinalkanalstenose und Wurzelkompressionssyndrom
  • Akuter Bandscheibenvorfall
  • Knochenbruch
  • Osteoporose
  • Bechterew-Erkrankung
  • Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion CMD

 

In der Schulmedizin unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen.

  • Akute Rückenschmerzen: weniger als 6 Wochen
  • Subakute Rückenschmerzen: 6 bis 12 Wochen
  • Chronische Rückenschmerzen: mehr als 12 Wochen

 

Rückenschmerzen sind zu 85% auf Muskelverspannungen und Triggerpunkte zurückzuführen und meist auch mit Bewegungseinschränkungen verbunden. Auch verdichtete Faszien (Bindegewegszüge) führen dabei nach neuesten Erkenntnissen zu muskelverspannenden Reizzuständen.
Dabei spielen einerseits körperliche Faktoren eine maßgebliche Rolle, wie zum Beispiel eine schwache Rumpfmuskulatur durch Bewegungsmangel, berufsbedingte Fehlbelastungen (sitzen, einseitige Tätigkeiten…) chron. Muskelverspannungen in Verbindung mit Unfällen (z.B. Schleudertrauma), belastende Sportarten, unbequeme Möbel (Couch, Matratze, Kissen) oder Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule.
Andererseits können vor allem bei chronischen Beschwerden auch psychische Belastungen wie Stress am Arbeitsplatz, Unzufriedenheit und Ängstlichkeit oder Erkrankungen wie Depression mit Rückenschmerzen verbunden sein.

Weitere erwähnenswerte Ursachen sind auch Borreliose, Parasiten und Fibromyalgie.

 

Registriere dich und werde Medinaut/in

Um einen lobenswerten Beitrag mit “gefällt mir” markieren zu können, musst du dich registrieren.
Deine weiteren Vorteile
Du kannst Inhalte kommentieren.
Du kannst Inhalte bookmarken, also deinem persönlichen Sammelordner hinzufügen.
Du kannst deine gesammelten Inhalte mit nur einem Knopfdruck zu einem einzigen Dokument zusammenführen!

 

NUTZER

Du brauchst einen medizinischen Experten für deine Beschwerden? Du möchtest Informationen zu jeder möglichen Therapie und erfahren, wo sie erfolgreich eingesetzt wird? Du willst endlich alle Antworten auf deine Fragen?

Dann melde dich jetzt an – weil du gesund sein willst.

EXPERTEN

Du willst einen interdisziplinären Überblick über alle Krankheitsbilder? Du willst wissen, welche Methoden erfolgreich angewendet wurden? Du willst dein Fachwissen teilen und Betroffenen helfen, die richtige Therapie zu finden?

Dann melde dich jetzt an – weil jeder Mensch gesund sein will.