Ayurvedische Massage Faszien Schmerzen

Faszien – Asiatische Medizin

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016
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Der Ursprung vieler asiatischer Heilmethoden liegt teilweise schon drei Jahrtausende zurück. Aus dieser Zeit stammen Erklärungen für die Wirkung wie der Ausgleich von Yin und Yang oder die Lebenskraft Qi.
Obwohl diese aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichen, haben viele der Methoden den Weg nach Europa gefunden und werden bei bestimmten Krankheiten erfolgreich angewandt.

 

Akupunktur

akupunkturAkupunktur geht davon aus, dass die Urkraft des Lebens den Körper auf bestimmten Leitbahnen (Meridianen) durchströmt. Diesen sind bestimmte Organfunktionen zugeordnet. Eine Blockierung der Strömung führt zu Krankheiten – und kann durch einen Nadelstich in bestimmte Punkte entlang der Meridiane wieder zum Fließen gebracht werden. In der Akupressur wird die Nadel durch einen Druck mit dem Finger ersetzt.

Die Ohrakupunktur ist dagegen kein traditionelles Heilverfahren. Sie wurde in den 1950er Jahren von einem französischen Arzt erfunden. Er ging davon aus, dass die Ohrmuschel den gesamten Körper abbildet und die betreffenden Regionen mit den Organen und Körperteilen in Verbindung stehen. Dadurch lassen sich Krankheiten durch Nadelstiche im Ohr beeinflussen.

Am Anfang jeder Behandlung stehen eine ausführliche Untersuchung und Diagnose. Der Therapeut sucht nach gestörten Funktionen von Organen und Blockaden im Energiefluss. Neben den schulmedizinischen Hinweisen werden unter anderem der Puls, die Zunge und das Gesicht untersucht. Speziell Farbe, Form und Beläge auf der Zunge sollen Funktionsstörungen im Körper zeigen. Dann wird der Therapieplan festgelegt. Der Patient liegt oder sitzt entspannt, der Arzt setzt bis zu 16 Nadeln. Im Durchschnitt werden ein bis zwei Akupunkturbehandlungen pro Woche durchgeführt, in Serien von 10 bis 15 Behandlungen.

Akupunktur wird unter anderem bei Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Rheuma, Tennisellbogen, Arthrose, Migräne und Kopfschmerzen angeboten. Die Schulmedizin nimmt an, dass der leicht schmerzende Nadelstich zur Ausschüttung von körpereigenen Schmerzmitteln führt. Das erklärt die Wirkung jedoch nicht ausreichend.
Für die Existenz der Meridiane oder die Verbindungen mit dem Ohr lassen sich keine wissenschaftlichen Belege finden. Möglicherweise kann aber das verbundene Fasziennetzwerk anstelle der Meridiane eine Erklärung für die Fernwirkung der Nadelstiche liefern. Denn Studien zeigen, dass Akupunktur bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen sogar besser wirken kann als herkömmliche Therapien. Für diese beiden Indikationen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen inzwischen die Kosten.

 

Shiatsu

Shiatsu ist das japanische Gegenstück zur chinesischen Akupressur. Dabei werden dieselben Punkte am Körper behandelt wie bei der Akupunktur, allerdings als Druckpunktmassage. Der Therapeut arbeitet dabei mehr mit seinem Körpergewicht als mit einem Muskeldruck.

Zuerst wird der Gesundheitszustand erfasst, meist durch Ertasten von Spannungen. Der Patient liegt in der etwa halbstündigen bis einstündigen Behandlung meistens auf einer Matte. Dann drückt der Therapeut die einzelnen Punkte, manchmal wenige Sekunden, manchmal auch mehrere Minuten. Dabei kann er Finger, Handflächen, Ellbogen oder Knie benutzen. Dazu gibt es Dehnübungen, Gelenkbewegungen und Atemtherapien.

Shiatsu wird beispielsweise bei Verspannungsschmerzen in Kopf, Nacken und Rücken, bei Rheuma und Gelenkversteifungen sowie Muskelzuckungen eingesetzt. Im Gegensatz zur Akupunktur ist die Methode schlechter mit Studien belegt. Daher wird sie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Da das Prinzip beider Methoden ähnlich ist, könnten auch hier die Fasziennetzwerke im Körper eine Rolle bei der Übertragung von einzelnen Punkten auf entfernte Organe spielen. Es gibt Patienten, die mit der Behandlung erfolgreich Schmerzen bekämpft haben. Da keine Verletzungsgefahr mit Nadeln besteht, können Betroffene auch eine Selbstbehandlung ausprobieren.

 

Tuina

TuinaTuina ist eine chinesische Massagetechnik. Wie bei Akupunktur und Shiatsu ist das Ziel der ungehinderte Fluss der Lebensenergie Qi auf den zwölf Meridianen im Körper. Die Behandlung soll das Qi stärken, stabilisieren und Störungen der inneren Harmonie beheben.

Auch die Diagnose wird ähnlich wie bei der Akupunktur über Tasten, Puls und Zunge sowie Befragung des Patienten gestellt. Zusätzlich werden Funktionstests auf Bewegungseinschränkungen durchgeführt. Inzwischen werden diese Analysen auch durch technische Diagnosen wie Röntgen und Magnetresonanztomografie ergänzt. Danach folgt die 15- bis 30-minütige Massage des betroffenen Körperteils. Es werden unterschiedliche Handgriffe und Techniken verwendet: Kneten, Schieben, Rollen oder Pressen – teilweise mit stärkerem Druck. die gegebenenfalls durch aktive und passive Bewegungstherapie ergänzt wird. Gegebenenfalls wird die Massage durch aktive und passive Bewegungstherapie ergänzt. Für Kinder gibt es eine spezielle Tuina-Form, bei der die Griffe sanfter ausgeführt werden.

Obwohl die Qi-Theorie wissenschaftlich nicht zu belegen ist, kann die Wirkung der Behandlung erklärt werden: Durch die bessere Durchblutung der betreffenden Körperbereiche wird der Gewebestoffwechsel stimuliert.
Da ein verschlechterter Flüssigkeitsaustausch im Bindegewebe eine Ursache für Verspannungen sein kann, ist dies eine gute Begründung. Zugleich können durch den Reiz an den Nervenenden in Faszien und Muskeln schmerzlindernde Botenstoffe freigesetzt werden. Einzelne Untersuchungen zeigen unter anderem positive Effekte bei Nackenschmerzen. Noch ist die Wirkung allerdings nicht in wissenschaftlichen Studien belegt, daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten nicht.

 

Ayurveda

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilmethode. Sie beruht auf der Annahme, dass Menschen wie alle Dinge im Universum aus fünf Grundelementen (Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther) bestehen. Sie werden von drei Lebensenergien beeinflusst, die sich aus den Elementen zusammensetzen. Ungleichgewichte der Elemente führen zu gesundheitlichen Störungen. Daher soll der Ayurveda die Harmonie wieder herstellen. Von den vielen in Indien praktizierten Methoden werden in Europa meist nur die Öl-Anwendungen des Panchakarma praktiziert. Hierbei handelt es sich um eine Reinigung des Körpers von Stoffwechselprodukten und Umweltgiften.

Am Anfang stehen eine Untersuchung und Befragung nach den Grundsätzen des Ayurveda. Dann beginnt die etwa zweiwöchige Vorbehandlung, mit einer leicht verdaulichen und fettfreien Diät. Für die Kur trinken die Teilnehmer am Anfang Ghee, geklärte Butter mit speziellen Kräutern. Dadurch sollen Schlackenstoffe im Gewebe gelöst werden. Dann folgen spezielle Ölmassagen und Wärmebehandlungen, welche die Gifte mobilisieren und in Richtung Darm transportieren sollen. Später können auch Abführmittel und Einläufe zum Einsatz kommen. Zwischen den Massagen liegt immer ein Ruhetag, damit sich der Körper von den Strapazen der Ausleitung erholen kann. Am Ende der drei- bis achtwöchigen Kur folgt eine Wiederaufbauphase mit ayuverdischen Medikamenten (Rasayana), die den geschwächten Körper wieder stärken. Die leichte Kost während der Behandlung kann auch als Anfang genutzt werden, um die Ernährung grundsätzlich umzustellen.

Die Therapeuten empfehlen Panchakarma beispielsweise bei Rheuma und Gelenkerkrankungen, chronischen Schmerzen und nach Schulter-, Gelenk- und Bandscheibenoperationen. Die Hintergründe der Methode lassen sich allerdings wissenschaftlich nicht stützen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt klar, dass es in einem gesunden Körper keine Ansammlung von Schlacken oder Stoffwechselprodukten gibt. Daher ist der Nutzen des Panchakarma umstritten. Die Entspannung durch die Massagen und die Möglichkeit, nach der Kur eine gesündere Ernährungsweise zu beginnen, können das Wohlbefinden verbessern und dadurch möglicherweise auch Schmerzen lindern.

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