Apotheke Faszien, ibuprofen

Faszien – Pharmazie

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016
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Schmerzen in Kopf, Rücken und Gelenken können unterschiedliche Ursachen haben. Akute Zerrungen, Schleudertraumata, Hexenschuss oder Bandscheibenvorfälle brauchen oft Zeit zum Heilen. In dieser Zeit können Schmerzmittel helfen. Auch die Therapie von Arthrosen, Rheuma oder Skoliose beinhaltet eine Behandlung der Schmerzen. Eine Ursache, die erst in den letzten Jahren in den Fokus gerückt ist, sind Spannungen durch unbewegliche Faszien. Diese können zwar durch Schmerzmittel nicht beseitigt werden, aber durch die Linderung der Beschwerden ist oft erst eine Therapie möglich. Je nach Indikation kommen in der Praxis unterschiedliche Medikamente und Arzneiformen zum Einsatz, wie man an nachfolgenden Beispielen sehen wird.

 

Ibuprofen

Der Wirkstoff Ibuprofen gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika und wird zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt. Die Wirkung beruht auf der Hemmung von Enzymen (Cyclooxygenasen), welche die Entzündungsreaktion im gesamten Körper steuern. Da es gleichzeitig die Magensäureproduktion steuert, sind die häufigsten Nebenwirkungen Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfall. Ibuprofen kann als Tablette, als Creme, als Zäpfchen oder intravenös verabreicht werden. Die Anwendungsgebiete reichen von Rheuma, Muskelschmerzen, Gicht und Kopfschmerzen bis zu Bauch- und Zahnschmerzen. Der Wirkstoff ist ohne Rezept in Apotheken erhältlich.

 

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure gehört ebenfalls zu den nichtsteroidalen Antirheumatika. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Markennamen Aspirin auf den Markt gebracht und ist eines der ältesten Medikamente, die heute noch verkauft werden. Das Mittel wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend, fiebersenkend und hemmt die Verklumpung von Blutplättchen. Dabei beeinflusst es ähnliche Enzyme wie Ibuprofen und kann deshalb auch zu Übelkeit, Sodbrennen und Erbrechen führen. Acetylsalicylsäure wird meist als Pille eingenommen, kann aber auch als Brausetablette oder als Infusion verabreicht werden. Neben der Behandlung von Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber bei grippalen Infekten wird das Medikament auch zur Vorbeugung von Schlaganfällen und Herzinfarkten verwendet. Auch Acetylsalicylsäure ist in Apotheken frei verkäuflich.

 

Diclofenac

Diclofenac ist ein Nichtopioid-Analgetikum. Der Name weist darauf hin, dass das schmerzstillende Arzneimittel (Analgetikum) kein Verwandter der Opiate ist. Das Medikament wirkt gegen Schmerzen und Entzündungen, unter anderem bei Zerrungen, Prellungen und Arthrose. Gelenkentzündungen, Gicht und  Rheuma  sind weitere Einsatzgebiete. Auch hier beruht die Wirkung auf der Hemmung von Cyclooxygenasen, die für Entzündungsreaktionen im Körper verantwortlich sind. Deshalb sind die häufigsten Nebenwirkungen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Diclofenac wird meist als Gel auf die Haut aufgetragen, es gibt aber auch Tabletten, Tropfen, Injektionen und Zäpfchen. Das Mittel kann ohne Rezept in der Apotheke erworben werden.

 

Morphin

Morphin ist ein Opioid, ein Stoff, der im Schlafmohn vorkommt. Das Medikament ist gegen starke bis stärkste Schmerzen zugelassen, wirkt aber im Gegensatz zu den bereits genannten Mitteln nicht gegen Schmerzen oder Fieber. Morphin wird meist bei extrem schmerzhaften Beschwerden wie fortgeschrittenen Arthrosen oder schweren Bandscheibenvorfällen eingesetzt, die mit anderen Mitteln nicht mehr gelindert werden können. Das Mittel kann in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen werden, wirkt aber intravenös am schnellsten. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Euphorie, Übelkeit, Schwitzen oder Verstopfung. Opioide sind wirksame Schmerzmittel, aber sie können bei langfristiger Einnahme ihre Wirkung verlieren und beim Absetzen Entzugserscheinungen hervorrufen. Daher muss die Therapie sorgfältig von Ärzten überwacht werden. Morphin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist deshalb  nicht frei verkäuflich.

 

Kortison

Cortisol ist eigentlich ein Stresshormon im Körper. Es beeinflusst den Stoffwechsel und dämpft das Immunsystem. Daher werden Medikamente, welche die Wirkung von Cortisol imitieren, umgangssprachlich als Kortison bezeichnet. Sie werden unter anderem bei Entzündungen in Muskeln und Gelenken eingesetzt, beispielsweise bei Rheuma, Sehnenentzündungen, Frozen Shoulder oder Gicht. Die Mittel gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen, als Tabletten, Salben, Zäpfchen, Nasensprays oder als Flüssigkeit zum Spritzen.

 

Da Kortison wie ein Stresshormon wirkt, führt es im Körper zu den gleichen Effekten: Erhöhung von Blutdruck, Blutzuckerspiegel und Blutfettwerten. Bei längerer Einnahme kann es zu Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen im Gewebe, erhöhter Infektanfälligkeit und Osteoporose kommen. Studien haben gezeigt, dass große Mengen Kortison nur über begrenzte Zeit eingesetzt werden sollen. In der Langzeitbehandlung werden daher nur geringe Dosen verabreicht. Je nach Konzentration kann man Kortisonsalben auch ohne Rezept in Apotheken kaufen, höher dosierte Präparate sind nur auf Verschreibung des Arztes erhältlich.

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