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Neurom des Nervus peroneus superficialis

Geschrieben von medinout Redaktion - REALFALL am 28.02.2016
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Patient
Weiblich, ca. 40 Jahre alt

Beruf
Überwiegend stehend und gehend

Konsultationsgrund
NeuromFuss
Beschwerdezustand nach

  • Umknicktrauma des rechten Sprunggelenks
  • Außenbandrekonstruktion mittels Watson-Jones Plastik
  • versehentlicher Verletzung des Nervus peroneus während der OP
  • daraus resultierender Neurombildung

Zeitraum
Seit dem Umknicktrauma bis heute ca. 10 Jahre

Symptome aktuell

  • elektrisierende Schmerzen in Bewegung und Ruhe
  • Punktschmerz bei Berührung des Neurombereichs
  • Schuhkonflikt
  • lokale, flächige Schwellung des wuchernden Bindegewebes, welches den traumatischen Nerv umhüllt und mit zahlreichen Blut- und Lymphgefäßen durchsetzt ist (Proliferation).

Überweisender Arzt
Fuß- und Sprunggelenkschirurg

Diagnose
Neurom des Nervus peroneus superficialis als Folge einer Außenbandrekonstruktion bei chronischer Instabilität nach einem Umknicktrauma

 

Abschließende Anmerkung der Patientin

Da der erste Weg für gesetzlich Versicherte zuerst über den Hausarzt führt, und von dort zum Orthopäden, dann Neurologen und schließlich zu Therapeuten, war die zehnjährige Oddysee der Patientin sehr zermürbend. Es gab lange Wartezeiten, nur kurze und teils oberflächliche, teils ablehnende Begegnungen mit vielen Ärzten.
Nur durch die regelmäßige Behandlung, und den Zuspruch der behandelnden Therapeuten aus Ergotherapie und Osteopathie konnte sie so lange durchhalten, bis sie endlich Ärzte fand, die sie ernst nahmen und ihre Beschwerdeursachen verstanden.
Es dauerte Jahre, bis das Neurom erkannt und anerkannt wurde. Der eingewachsene Faden, der jahrelang in den Nerv stach, wurde erst bei der OP entdeckt. Bis dahin hatte die gesetzliche Krankenkasse vorab die Erstattung einer “unnötigen” OP abgelehnt und auf den weiteren Einsatz von Psychpharmaka bestanden.

 

Abschließende Anmerkung der medinout-Redaktion zu diesem Fall

Während die meisten ärztlichen Fachrichtungen sich meist auf die bildgebenden Verfahren und eine Diagnose konzentrieren, bringen Therapeuten in ihrer Therapiestrategie die Vorgeschichte, Lebensumstände, Befunde von Kollegen, zusammenhängende Bewegungseinschränkungen und die Symptomatik des Patienten in Verbindung zueinander, um die eigentlichen Zusammenhänge für die Beschwerden zu verstehen und zu behandeln. Oft sind auch mehrere Auslöser für die Beschwerden des Patienten verantwortlich, hier ist die die Rangfolge und das Zusammenspiel der Dysfunktionen zu beachten. Es ist sinnvoll und notwendig, dass zukünftig behandelnde Ärzte und Therapeuten auf Augenhöhe miteinander zusammenarbeiten, sich austauschen und von einander lernen.

medinout möchte genau dies realisieren. Mach mit und erweitere diesen Realfall durch deine Erfahrungen, dein Fachwissen oder wertvolle Hinweise in Form eines Kommentars. Lobe den Artikel, wenn er hilfreiche Informationen für dich enthält.

 

§ Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

 

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