Rückenschmerzen

Rückenschmerzen

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 22.01.2016
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Der Beschwerdekomplex Rückenschmerzen umfasst unabhängig von deren Ursachen alle Schmerzen im Bereich des Rückens. Dabei wird unterschieden zwischen:

 Unspezifischen Beschwerden:

  • Schmerzen der Halswirbelsäule, auch bezeichnet als Nackenschmerzen, Cervicalgie, Zervikalneuralgie oder “HWS-Syndrom” sowie Pannikulitis und Radikulopathie in der Nacken- und Rückenregion.
    Ausstrahlenden Schmerzen der HWS heißen Brachialgie oder Cervicobrachialgie.
  • Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, auch bezeichnet als unspezifische Rückenschmerzen,  Dorsalgie oder “BWS-Syndrom”.
  • Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, auch bezeichnet als Kreuzschmerzen, Lumbalgie/Lumbago oder “LWS-Syndrom”. Betroffen ist dabei der Bereich zwischen Rippenansatz und Hüfte.
    Ausstrahlende Schmerzen der LWS heißen Ischialgie oder Lumboischialgie. Die Ausstrahlung zieht dabei meist in das Gesäß, das Bein und auch in den vorderen Unterleib.
  • Plötzlich auftretende, stechende Schmerzen in der Lendenwirbelsäule werden als Hexenschuss bezeichnet, welche durch Reizung der sensiblen Innervation der Wirbelsäule ausgelöst werden, d. h. der Nerven, welche die Wirbelsäule selbst versorgen – also nicht durch Kompression der aus der Wirbelsäule austretenden Spinalnerven, die den übrigen Körper versorgen.

 Spezifischen Beschwerden:

  • Spondylarthrose, auch bezeichnet als degeneratives (verschleißbedingtes) Facettensyndrom
  • Spinalkanalstenose und Wurzelkompressionssyndrom
  • Akuter Bandscheibenvorfall
  • Knochenbruch
  • Osteoporose
  • Bechterew-Erkrankung
  • Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion CMD

 

In der Schulmedizin unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen.

  • Akute Rückenschmerzen: weniger als 6 Wochen
  • Subakute Rückenschmerzen: 6 bis 12 Wochen
  • Chronische Rückenschmerzen: mehr als 12 Wochen

 

Rückenschmerzen sind zu 85% auf Muskelverspannungen und Triggerpunkte zurückzuführen und meist auch mit Bewegungseinschränkungen verbunden. Auch verdichtete Faszien (Bindegewegszüge) führen dabei nach neuesten Erkenntnissen zu muskelverspannenden Reizzuständen.
Dabei spielen einerseits körperliche Faktoren eine maßgebliche Rolle, wie zum Beispiel eine schwache Rumpfmuskulatur durch Bewegungsmangel, berufsbedingte Fehlbelastungen (sitzen, einseitige Tätigkeiten…) chron. Muskelverspannungen in Verbindung mit Unfällen (z.B. Schleudertrauma), belastende Sportarten, unbequeme Möbel (Couch, Matratze, Kissen) oder Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule.
Andererseits können vor allem bei chronischen Beschwerden auch psychische Belastungen wie Stress am Arbeitsplatz, Unzufriedenheit und Ängstlichkeit oder Erkrankungen wie Depression mit Rückenschmerzen verbunden sein.

Weitere erwähnenswerte Ursachen sind auch Borreliose, Parasiten und Fibromyalgie.

 

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2 Antworten zu “Rückenschmerzen”

  1. Jimmy Porter sagt:

    “unspezifischen Beschwerden:
    Schmerzen der Halswirbelsäule, auch bezeichnet als Nackenschmerzen, Cervicalgie, Zervikalneuralgie oder “HWS-Syndrom”, sowie Pannikulitis und Radikulopathie in der Nacken- und Rückenregion.”

    Hierzu ein paar ergänzende Anmerkungen:
    “Cervicalgie” und “Nackenschmerzen” sind Synonyma.
    Der Begriff “Zervicalneuralgie” ist nicht mehr sehr in Gebrauch, da evtl. etwas irreführend: Eine “Neuralgie” ist ein scharf umrissenes, klar definiertes Krankheitsbild, das einem (selten mehreren) Nerven zugeordnet ist.
    Der Begriff der “Pannikulitis” ist rein beschreibend; ich würde ihn meiden, da wenig Aussage.
    Eine “Radikulopathie” nun ist eine Erkrankung einer (selten mehrerer) Nervenwurzeln, die dem Rückenmark oder dem Duralsack entspringen. Sie geht meist mit Schmerzen, Mißempfindungen, Taubheitsgefühlen und sogar Lähmungserscheinungen der abhängigen Muskeln einher. Ursächlich für dieses sehr spezifische Krankheitsbild können Kompressionen (Bandscheibenvorfall; Synovialcyste; Stenose des Wirbelsäule) der Nervenwurzel, aber auch Entzündungen, Infektionen und Tumore sein.

    • Medinaut ONE sagt:

      Hallo Medinaut Jimmy Porter,
      danke für deine ergänzenden Hinweise!
      Synonyme Begriffe erwähnen wir übrigens absichtlich , um gesundheitsinteressierten Besuchern und Medinauten einen Überblick aller gebräuchlichen Bezeichnungen für eine Beschwerde bereitzustellen.
      LG Medinout ONE

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