Faszien – Rehabilitationsmedizin

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 20.02.2016
Beitrag bearbeiten | Beitrag löschen

Um nach Unfällen, Verletzungen oder Operationen den Körper und seine Funktionen wiederherzustellen, gibt es verschiedene rehabilitative Maßnahmen. Auch in der Rehabilitationsmedizin ist eine gezielte Faszientherapie wichtig, um Bewegungs- und Funktionseinschränkungen zu behandeln und den körperlichen Zustand zu verbessern.

Physiotherapie

Früher hieß die Physiotherapie Krankengymnastik. Durch sie sollen die Beweglichkeit und die natürlichen Funktionen des Körpers erhalten, verbessert oder wiederhergestellt werden. Mit speziellen Übungen sollen außerdem die Koordinationsfähigkeit gefördert und die Wahrnehmung des eigenen Körpers gestärkt werden. Die Behandlung wird von einem Physiotherapeuten durchgeführt und aktiviert meist automatisch die Faszien. Es werden neben der Nachbehandlung von Operationen, Schlaganfällen oder Unfällen auch Haltungsschäden, fehlerhafte Bewegungsmuster aus dem Alltag, Schwächen in der Rumpfmuskulatur oder Bandscheibenvorfälle behandelt.

manuellFaszien sprechen gut auf langsames Dehnen und manuellen Druck an. Neben Dehnübungen können deshalb auch therapeutische Massagen in der Physiotherapie dabei helfen, Verklebungen zu lösen und die Faszien zu regenerieren. Dabei wird während verschiedener Bewegungen gezielt Druck auf das Gewebe ausgeübt. Unter diesem Druck löst sich das Gewebe langsam, wird wieder stärker durchblutet und beweglicher. Besonders effektiv sind hier langsame, tiefe Drucktechniken, um auch die tiefliegenden Faszien zu stimulieren. Die vom Arzt verordnete Physiotherapie wird bis auf den gesetzlich vorgesehenen Eigenanteil von den Krankenkassen übernommen.

Manuelle Medizin: Chirotherapie

Die Chirotherapie gehört zu den manuellen Therapien, bei denen Erkrankungen lediglich mit den Händen behandelt werden. Sie dient zur Behandlung von Störungen des Bewegungsapparates. Diese Therapieform basiert auf der Annahme, dass körperliche Beschwerden durch Blockaden oder Fehlstellungen im Bewegungsapparat ausgelöst werden. Ziel ist es daher, die normale Beweglichkeit von Gelenken wiederherzustellen. Eine große Rolle spielen hierbei der Rücken und die Wirbelsäule – Blockaden von Gelenken, Muskeln und Faszien stehen bei der Therapie im Mittelpunkt. Daher wird die Chirotherapie beispielsweise bei Rücken- und Schulterbeschwerden, Schmerzen im Lenden- und Brustbereich oder bei Nacken- und Kopfschmerzen eingesetzt.

Der Therapeut löst die sogenannten Irritationspunkte durch mobilisierende und manipulative Behandlungen. Bei der mobilisierenden Behandlung geschieht dies über sanfte, wiederholte Dehnung der blockierten Bereiche. Bei der manipulativen Behandlung wird über eine schnelle, kurze Bewegung ein Impuls gesetzt, der durch den gezielten Reiz Blockaden an diesem Punkt lösen soll. Ein Chirotherapeut muss sich gut mit dem Bau der Wirbelsäule auskennen, um die richtigen Punkte zu treffen und keine neuen Blockaden zu erzeugen. Wird die Behandlung von einem Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung ausgeführt, übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten.

Narbenbehandlung

Durch Unfälle, Verletzungen und Operationen werden auch die Faszien geschädigt. Wird Gewebe durchtrennt, durchläuft es mehrere Phasen bis zur Heilung: Zuerst wird die Blutung gestillt; darauf folgt eine Phase der Entzündung, in der das beschädigte Gewebe beseitigt und eingedrungene Keime bekämpft werden. In der Proliferationsphase wird neues Gewebe aufgebaut. Schließlich folgt die reparative Phase, die dazu dient, das neue Gewebe auszurichten, wodurch es schließlich zur Narbenbildung kommt.

Bei der Neubildung des Gewebes formen sich die Faszien relativ ungeordnet, was durch die reparative Phase ausgeglichen werden soll. Dieser Prozess ist allerdings anfällig für Störungen, denn er vollzieht sich über lange Zeiträume von mehreren Monaten. Eine Fehlbelastung, zum Beispiel aufgrund von Schmerzen, kann die Rehabilitation der Faszien im Narbengewebe negativ beeinflussen. So können Narben und Verwachsungen zu Spannungen im Gewebe führen und verfilzte Faszien zur Folge haben, die längerfristig neue Beschwerden auslösen können.

Eine manuelle Therapie des Narbengewebes kann dazu beitragen, dass die Faszien sich wieder neu strukturieren und so die Beschwerden verschwinden. Da Narbengewebe enorm fest und widerstandsfähig ist, sind wiederholte Übungen und langsame Bewegungen notwendig, um die Spannungen zu lösen. Eine Möglichkeit ist hier die manuelle Narbentherapie (MNT) im Zuge einer Physiotherapie.

3+

Schreibe einen Kommentar

Registriere dich bitte als Medinaut/in

Um Missbrauch durch Bots zu verhindern, musst du dich für die erweiterten Funktionen bitte hier anmelden. Dir entstehen keine Kosten, wir geben deine Daten nicht weiter.
Als Medinaut/in kannst Du dann

 

NUTZER

Du brauchst einen medizinischen Experten für deine Beschwerden? Du möchtest Informationen zu jeder möglichen Therapie und erfahren, wo sie erfolgreich eingesetzt wird? Du willst endlich alle Antworten auf deine Fragen?

Dann melde dich jetzt an – weil du gesund sein willst.

EXPERTEN

Du willst einen interdisziplinären Überblick über alle Krankheitsbilder? Du willst wissen, welche Methoden erfolgreich angewendet wurden? Du willst dein Fachwissen teilen und Betroffenen helfen, die richtige Therapie zu finden?

Dann melde dich jetzt an – weil jeder Mensch gesund sein will.