Neurom – fasziale, Nerven umhüllende Verdickung

Geschrieben von medinout Redaktion - LEXIKON am 28.02.2016
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Ein Neurom ist eine gutartige, knotenartige Verdickung eines Nervenendes, die nach der traumatischen oder operativen Durchtrennung eines peripheren Nerves (Neurektomie) an der Stelle des Defektes als reaktive Gewebsneubildung (reaktive Hyperplasie) entstehen kann.

Im Gegensatz zur Neoplasie (Neubildung von Körpergeweben), bei der sich entweder verletztes Gewebe (zum Beispiel Epithelgewebe) physiologisch regeneriert, oder der krankhaften Gewebevermehrung eines Tumors (zum Beispiel maligne Tumore), bezeichnet das Neurom eine reaktive Gewebsneubildung.
Es handelt sich dabei um neugebildetes Bindegewebe, das wuchernd den traumatischen Nerv umhüllt und mit zahlreichen Blut- und Lymphgefäßen durchsetzt ist (Proliferation).
Die Verdickung tritt meist an den Extremitäten auf und kann bei oberflächlicher Lage leicht als tumorartige Wucherung ertastet werden.

Man unterscheidet zwei Formen von Neuromen:

Das traumatische Neurom

Das traumatische Neurom entsteht durch schnelles Wachstum (Proliferation) des umgebenden fasziellen Nervengewebes nach einer Verletzung oder Durchtrennung des peripheren Nervs, zum Beispiel nach einer Operation an der Hand oder am Fuß. Einem Nerv entlang folgend wuchert es spindelförmig, am abgetrennten Nervenende knollenartig.

Bei abgetrennten, traumatischen Neuromen kommt es häufig auch zu Phantomschmerzen.

ICD10 Code: T87.3

 

Das Morton-Neurom

Typische Gründe, die zu einem Morton-Neurom führen können, sind zum Beispiel die Überbelastung des Fußes bei Stop & Go-Sportarten, Laufsport oder Ballett-Tanzen, sehr enge oder zu hohe Schuhe, aber auch durch ein Trauma, etwa das Umknicken des Fußgelenks mit nachfolgendem Fehlbelasten durch ein gestörtes Gangbild und Schonhaltung. Auch ein Hühnerauge, ein eingewachsener Fußnagel oder der Schiefstand eines Zehs, (zum Beispiel Hallux valgus und Krallenzehe), können zu einer chronischen Fehlbelastung führen.

ICD10 Code: G57.6

 

Ärztliche Abklärung eines Neuroms

Bei chronischen Schmerzen in den Extremitäten mit Verdacht auf ein traumatisches Neurom oder ein Morton Neurom, sollte man sich immer einer eingehenden Untersuchung bei einem Fußspezialisten unterziehen, um unzureichende Behandlungen zu vermeiden.
Die möglichen Ursachen müssen dabei genau bestimmt werden, um daraus die Behandlungsstrategie ableiten zu können. Obwohl ein Neurom lokale Schmerzen verursacht, führt das damit verbundene Schonverhalten meist zu mehreren möglichen Störungen, die sich oft gegenseitig hervorbringen, überlagern und gleichzeitig auftreten.

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