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Schmerzmittel – Wirkstoffe, Eigenschaften und Anwendungsbereiche im Vergleich

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 03.10.2016
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Diese Substanzen sind auch in geringer Dosierung ohne Rezept in Apotheken erhältlich.
Eine langfristige Einnahme sollte allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
    ASS hemmt Entzündungen, vermindert Schmerzen und senkt Fieber. Dieser Wirkstoff eignet sich zur innerlichen Behandlung leichter bis mittelschwerer Schmerzen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder muskuläre Rückenschmerzen.
    ASS wird in täglicher niedriger Dosierung auch zur Vorbeugung vor Herzinfarkt eingesetzt, da es blutverdünnend wirkt.
  • Deshalb soll es keinesfalls vor Operationen und zahnärztlichen Eingriffen eingenommen werden.
  • Diclofenac
    Der Wirkstoff hemmt Entzündungen und vermindert Schmerzen.
    Diclofenac eignet sich zur innerlichen und äußerlichen Behandlung von leichten bis mittelschweren akuten und chronischen Schmerzen.
    Die Beschwerdebilder, bei denen es oft eingesetzt wird, sind Arthrose, Bandscheibenvorfall, Gelenkbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Rheuma und Schmerzen nach Operationen.
  • Flufenaminsäure
    Der Wirkstoff hemmt Entzündungen und vermindert Schmerzen.
    Es wird überwiegend in Salben zur äußerlichen Anwendung bei Beschwerden wie Arthrose, myofasziale Verspannungen und Sportverletzungen angewendet.
  • Ibuprofen
    Dieser Wirkstoff hemmt Entzündungen, vermindert Schmerzen und senkt Fieber. Die Dreifachwirkung beruht auf der Hemmung des körpereigenen Botenstoffs Prostaglandin, welcher benötigt wird, um Entzündungsreaktionen zu starten, Schmerzen zu empfinden und die Körpertemperatur anzuheben.
    Ibuprofen eignet sich zur innerlichen und äußerlichen (Salbe) Behandlung von leichten bis mittelschweren Schmerzen von rheumatischen Gelenkserkrankungen, Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen, Regelbeschwerden und Entzündungen.
  • Daraus ergeben sich folgende Anwendungsgebiete:
    Schmerzhafte Schwellungen oder Entzündungen nach Verletzungen, Überbelastungen und Fehlbelastungen (zum Beispiel Achillessehnenentzündungen/Achillodynie)
    Rheumatische Erkrankungen wie:
    – Akute Gelenkentzündungen
    – Gichtanfall
    Chronische Gelenkentzündungen wie:
    – Chronische Polyarthritis
    Entzündlich-rheumatische Wirbelsäulenleiden wie:
    – Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)
    – Arthrose (sowohl die Gelenke der Extremitäten als auch die der Wirbelsäule)
    – Weichteilrheumatismus (schmerzhafte Veränderungen zum Beispiel an Sehnen, Sehnenscheiden, Bändern) 
    Leichte bis mäßig starke Schmerzen wie:
    – Kopfschmerzen
    – Zahnschmerzen
    – Regelschmerzen
    Fieber
  • Was spricht immer gegen eine Anwendung?
    – Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
    – Geschwüre im Verdauungstrakt, auch in der Vorgeschichte
    – Aktive Blutungen wie:
    – Hirnblutungen
    – Blutungen im Magen-Darm-Trakt, auch in der Vorgeschichte
  • Sprechen Sie bei allen Fragen mit Ihrem Arzt oder Apotheker
  •  Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Naproxen
    Der Wirkstoff vermindert Schmerzen.
    Es wird gegen leichte bis mittelschwere Schmerzen im Bewegungsapparat, Arthrose und Rheuma eingesetzt.
  • Im Vergleich zu anderen Wirkstoffen zeichnet sich Naproxen durch eine besonders lange Wirkungsdauer aus, da die Linderung bis zu zwölf Stunden anhält, während es bei anderen Wirkstoffen meist nur vier bis acht Stunden sind. Dies ist für Beschwerden von Bedeutung, die auch über Nacht anhalten.
  • Paracetamol
    Der Wirkstoff vermindert ebenfalls Schmerzen, hat jedoch keine entzündungshemmende Wirkung.
    Paracetamol wirkt gegen Kopf- und Regelschmerzen.
  • Es ist meist auch für magenempfindliche Menschen gut verträglich und auch für schwangere Frauen geeignet.
  • Ohne entzündungshemmende Eigenschaften bringt Paracetamol gegen Gliederschmerzen und Rheuma keine Linderung.
  • Traumeel
    Traumeel wirkt schmerzlindernd, regt die Wundheilung an und regeneriert Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und die Muskulatur. Es regt die körpereigene Abwehr an und hilft so dem Körper, sich selbst zu heilen. Durch die vielschichtige Zusammensetzung des Medikaments, wie Ringelblume, Eisenhut, Kamille, Sonnenhut, Johanniskraut, Schafgarbe, Tollkirsche und vielen anderen Kräutern ist eine geballte Wirkung von Naturkräutern vorhanden.
    Traumeel ist in Tablettenform,  Tropfen und als Salbe in Apotheken erhältlich und zählt zu den homöopathischen Heilmitteln.
    Es wird bei Verstauchungen, Prellungen, Blut- und Gelenkergüssen eingesetzt, aber auch bei degenerativen Verschleißerscheinungen, so zum Beispiel bei Arthrose, beim Tennisarm und Sehnenscheidenentzündung. Traumeel-Tropfen, -Tabletten und -Salben bestehen aus vielen verschiedenen zusammengesetzten Korbblütlern in diversen Potenzen.
    > Nebenwirkungen sind soweit nicht bekannt, sofern jemand nicht allergisch auf die Inhaltsstoffe reagiert. Traumeel kann deshalb auch gut bei Kindern angewendet werden.
    > Bei Schwangerschaft und Stillzeit sollte Traumeel nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.
    > Bei Leukosen, Kollagenosen, Multipler Sklerose, Tuberkolose, AIDS-Erkrankung, HIV-Infektion und anderen Autoimmunerkrankungen sollte Traumeel nicht angewendet werden, ebenso nicht bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler. Weiterhin sollte der Lactosegehalt beachtet werden, was bei einer Lactoseunverträglichkeit ein wichtiger Aspekt ist.

Richtige Anwendung von Schmerzmitteln

  • Nimm Schmerztabletten am besten stehend oder aufrecht sitzend mit viel Wasser ein, damit sie nicht in der Speiseröhre hängen bleiben und möglichst rasch wirken können.
  • Der Einnahmezeitpunkt spielt eine große Rolle. “Morgens vor dem Frühstück” bedeutet, 30 bis 60 Minuten vor dem Essen. “Zwischen den Mahlzeiten” bedeutet, dass mindestens zwei Stunden Abstand bis zur nächsten Mahlzeit vorteilhaft sind.
  • Hast Du die Einnahme einmal vergessen, dann nimm nicht die doppelte Menge. Lies im Zweifelsfall den Beipackzettel oder frage den Arzt oder Apotheker.
  • Das gleichzeitige Schlucken anderer Medikamente oder auch pflanzlicher Arzneimittel kann zu Wechselwirkungen führen! Zum Beispiel Johanniskrautpräparate, aber auch Nahrungsmittel wie Milch, Kaffee oder Grapefruit können die Wirkung eines Medikaments beeinträchtigen.
    Lies bitte auch hier im Zweifelsfall den Beipackzettel oder frage den Arzt oder Apotheker.

Bitte beachte immer die Angaben im Beipackzettel bezüglich Menge, Alter, Körpergewicht und möglichen Allergien oder Vorerkrankungen.

> Hast du gute Erfahrungen mit einem der Wirkstoffe gemacht? Dann teile deine Erfahrung doch mit uns allen und schreibe uns einen Kommentar, bei welchen Beschwerden ein Wirkstoff dir besonders gut geholfen hat.

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