Tennisarm – Epicondylitis

Geschrieben von medinout Redaktion - INFOBLATT am 31.01.2016
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Der Tennisarm (auch Tennisellenbogen, med. Epicondylitis), ist eine überlastungsbedingte Reizung beziehungsweise Entzündung des Sehnenansatzes (Ansatztendinose) der langen Hand-und Fingerstreckmuskeln an der Außenseite des Ellenbogens.

Die Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens werden dabei am häufigsten durch eine Entzündung des kurzen radialen Handstreckers und am zweithäufigsten durch die Gruppe der Fingerbeuger verursacht.

Mögliche Symptome

  • Druckschmerzen am äußeren Ellenbogenknochen
  • Meist strahlen die Schmerzen im Ellenbogen über die Außenseite (Streckseite) bis in die Hand aus;
    Schmerzen beim Ballen der Faust und beim Händedrücken
  • Zusätzlich Schmerzen bei Drehungen des Unterarms, beim Strecken des Handgelenks,
    Schmerzen beim Heben von Gegenständen
  • Eventuell auch zunehmende Schmerzen bei passiver Beugung von Handgelenk und Fingern;
    Kraftlosigkeit des betroffenen Arms
  • Schmerz setzt plötzlich ein, zum Beispiel nach Überlastung

Ursache

Vor allem nach monotoner Belastung (wie Schrauben, Hämmern, Bügeln, Stricken, Kofferziehen, PC-Arbeit) oder durch falsche Spieltechnik (zum Beispiel falsche Belastung beim Aufschlag im Rahmen des Tennis- oder Golfspielens). Wiederholte Überbeanspruchungen und geringfügige Verletzungen führen zur Entzündung in den Faszien und zur degenerativen Veränderung des Muskelsehnenansatzes am Knochen (Ansatztendinose). Da dieser Bereich schlecht durchblutet wird, können unbehandelte Beschwerden leicht chronisch werden.

Therapie

Konservative Maßnahmen sind in der akuten Entzündungsphase meist die Ruhigstellung und Kühlung des betroffenen Armes.

In der Akutphase setzt man meist auf

  • lokale Kälte- und Wärmeanwendung
  • Behandlung mit Ultraschall
  • Elektrotherapie
  • eventuell Tragen einer  Epikondylitisspange
  • bei starken Schmerzen setzt man Kortison-Injektionen zur Eindämmung der Entzündung in den Sehnenansatzbereich

Im chronischen Verlauf setzt man meist auf

  • Krankengymnastik, Physiotherapie, Osteopathie, Homöopathie, TCM
  • Wärmebandagen
  • Salbenverbände und Wickel (zum Beispiel Arnika)
  • Ultraschall
  • eventuell Stosswellentherapie
  • Elektrotherapie
  • Akupunktur
  • Rotlichtlaser
  • Massage, Manuelle Therapie, Faszientechniken
  • erneut Kortisonspritzen, Traumeelspritzen
  • eventuell operative Behandlung bei ausbleibendem Erfolg der konservativen Therapie
  • Röntgenreizbestrahlung (Orthovolttherapie)

Entzündungs- und Röntgenreizbestrahlung

Die entzündungshemmende und dadurch schmerzlindernde Wirkung niedrig dosierter Strahlentherapie ist schon sehr lange bekannt.

Deswegen wird die sogenannte Entzündungs- oder Röntgenreizbestrahlung heute bei chronisch reaktiven oder entzündlichen Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems wie Arthrosen, Tendinosen, Schleimbeutelentzündung (Bursitis) und auch bei proliferierenden gutartigen Wucherungen, zum Beispiel der endokrinen Orbitopathie oder Narbenkelloide, eingesetzt.

Bevorzugte Erkrankungen zu dieser Methode sind:

  • Tendinosen/Schleimbeutelentzündung (zum Beispiel Tennisellenbogen, Impingement-Syndrom der Schulter, Trochantertendinise
  • Fersensporn
  • Arthrosen der großen Gelenke (zum Beispiel Schulter, Hüfte, Knie) und der kleinen Gelenke (zum Beispiel Rhizarthrose, Polyarthrose der Finger-/Hand-/Fußgelenke,  sowie der großen Gelenke (zum Beispiel Schulter, Hüfte, Knie)
  • proliferative (schnell wachsende) Erkrankungen des Bindegewebes: M. Dupuytren, M. Ledderhose, endokrine Orbitopathie, zur Prophylaxe von Narbenkeloiden oder zur Verkalkungsprophylaxe der Hüfte bei künstlichem Gelenkersatz

Die Röntgenreizbestrahlung wird meist in 6-8 schmerzfreien Anwendungen durchgeführt und dauert jeweils nur circa 1 Minute.
Da zwei Termine pro Woche möglich sind, dauert die Gesamtbehandlungszeit meist etwa 3-4 Wochen.
Bis zur Beurteilung des Behandlungsergebnisses ist ein etwa zwei Monate langer Zeitraum üblich.
Bestehen danach noch immer Beschwerden, ist eine Wiederholung möglich.

Selbsthilfe
Diese Verhaltensweisen werden in vielen Fällen empfohlen:

  • Schonung des Armes beziehungsweise erst wieder Belastung, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind
  • Eine entlastende Stützbandage und Kinesiotape
  • Dehn- und Kräftigungsübungen (zum Beispiel vom Physiotherapeuten, Gymnastiklehrer, Sportwissenschaftler)
  • Ausreichende, mindestens 10-minütige Aufwärmübungen vor dem Belasten und Training
  • Nach einer Operation darf das Training erst nach acht bis zehn Wochen wieder aufgenommen werden
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